Full text: Die Social-Demokratie

30 H. Das Deutsche Reich n. die Social-Demokratie. 
„hat. Jni Eröffnungskampfe wurde damals die preußische 
„Armee weggewischt — etwa 150,000 durch etwa 200,000 
„Mann wie jetzt die französische — etwa 350,000 Mann durch 
„500,000. Die preußischen Festungen fielen damals fast 
„alle in schmählicher Weise, nicht so jetzt die französischen. 
„Die Franzosen führten einen Volkskampf auch nach dem 
„Untergang des Hauptbestandtheils des stehenden Heeres 
„fort, nicht so damals die Preußen. Die Preußen lehnten 
„sich damals an die Russen an, wie auch neuerdings die 
„Deutschen thaten — die Franzosen mußten den letzten 
„Kampf allein ausfechten. Die Preußen hatten damals 
„unsägliche Mühe, die Kriegskontribution aufzutreiben, von 
„den Franzosen erwartet man, daß sie die Milliarden aus 
„dem Aermel schütteln sollen. Die Kontributionen verhalten 
„sich zu einander wie 1'/,: 50 oder etwa 1: 34. Wirft 
»man Napoleon I. vor, die Preußen int Tilsiter Frieden zu 
„dumm und schlecht behandelt zu haben, so darf wohl gefragt 
„werden, um wie viel gescheuter die Franzosen von Wilhelni 
„und seinem Bismarck im Versailler Frieden behandelt 
„worden sind. 
„Wenn, was wir in diesen Blättern geschrieben, der 
„grassirenden, einfältigen Ueberhebung steuert, so haben wir 
„unseren Zweck erreicht. Als Hauptsache haben wir nur 
„Altes besungen. Daß die Masie am liebsten der billigen 
„Ableierung der neuesten Begebenheiten zuhorcht, ist eine 
„alte bekannte Geschichte." 
Die Tendenz der Artikel: „Zur Erinnerung für die 
deutschen Mordspatrioten" verräth sich in diesen Schluß 
sätzen nur allzu deutlich. Der Verfaffer kann sich nicht 
mit freuen, und darum muß er versuchen, eine Dissonanz
	        
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