30 II. Das Deutsche Reich u. die Social-Deuiokratie.
„Duell zwischen dein deutschen und französischen Cäsarismus"
(1872, 69). Das treibende Element in diesem ganzen
Kriege bildet ihm aber „der sociale Gegensatz." Für
ihn war der Krieg seinem innersten Princip nach „der
„Kam pf der Revolution mit der Reaktion." „Diese
„Wahrheit, schreibt er (1871, 81), birgt in ihren Falten
„die ganze Geschichte des Kriegs, seinen Grund, seinen
„Ausbruch, seine Entwickelung und sein Ende, wenn sie
„auch erst nach diesem Ende in nackter, unverhüllter Gestalt
„auch dem blödesten Auge sichtbar, in der unsterblichen That
„der Kommune von Paris zu Tage tritt."
Diese Sätze sagen und erklären uns Alles. Sie erklären
den bitteren Grimm der Social-Demokratie über den für
Deutschland so ruhmvollen Ausgang des Kriegs, die Schmähun
gen der eigenen Bolksgenossen, und die offene Parteinahule
für den Erbfeind unseres Baterlandes. Sie erklären, warum
die Social-Demokratie alljährlich, so oft das deutsche Volk
sich anschickt, seinen nationalen Gedenktag zu begehen, am
2. Septenlber, auf's Reue ihre Zornesschale über die deutschen
Patrioten ansgießt, und von einem „scheußlichen Gebühren"
(Bolksst. 1873, 73) redet, und von dem „Geschlecht der Schweif-
wedelci" spricht, das „in fieberhafter Aufregung" sei, und
„sich zu den extravagantesten Kaudal-Leistungen aufzuschwingen
„versuche" (1872, 59.) Tie Social-Demokratie sah in dem
Krieg zwischen zwei mächtigen Rationen die socialen Gegen
sätze im Kampf, die Revolution mit der Reaktion ringen,
fie betrauert in den deutschen Siegen die Niederlage des
revolutionären Princips, somit ihre eigene Niederlage, die
allerdings in dem Fall der Pariser Kommune auch thatsäch
lich zur Wahrheit geworden ist. Sie betrauert ihre eigene
Niederlage auch auf deutschem Boden, denken wir an das
bekannte Braunschweiger Manifest vom 5. September, das