Fürst Bismarck.
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„Beiden den Garaus machen wollten, denn im Verlauf ihrer
„Katzbalgereien treten so hübsche Dinge zu Tage, daß auch
„der bornirtcste „Reichssreund" endlich stutzig werden muß,
„über die Art und Weise, wie heutzutage in „den Kabinetten
„Kulturgeschichte gemacht" wird Lamarmora
„hat kürzlich den Bericht des Generals Govone vervollstän-
„digt, wodurch Bismarck überführt ist, den Franzosen
„einen Theil der Schweiz und Belgien angeboten
„zu haben. Also hat Benedetti in seinen ..Enthüllungen,"
„wo dasielbe behauptet war, ganz Recht gehabt."
Wie wegwerfend urtheilen die Politiker des „Bolksstaat"
über Bismarck's politische Befähigung: „Diplomatische Kunst-
„stückchen à l;i Emser Depesche und als letzte Instanz Blut
„und Eisen — das ist das ganze politische Rezept des
„Fürsten Bismarck" (1872, 66.) In einem anderen Artikel
(1872, 16) bemängelt der „Volksstaat" Bismarck's Bildung:
„Deutsche Reichsschweifwedelei. Bekanntlich
„rühmte sich Bismarck einst, daß er höchstens dreimal in
„seinem Leben ein Kolleg besucht habe. Es ist kein Grund,
„an der Wahrheit dieses trockenen Selbstgeständniffes zu
„zweifeln, — um so weniger, als noch nicht ein einziger
„der Reichsspcichellecker an dem „genialen Staatsmann"
„außergewöhnliche Bildung zu rühmen versucht hat. Wie
„sollte es auch möglich sein, daß ein Mann, dcsien Lebens-
„princip „Blut und Eisen" ist; der nicht blos den Jesuiten
„seine Sympathiecn zeitweise kund gab, sondern auch bis
„zuletzt ein Anhänger des Mühler'schen Systems war —
„— — wie sollte es auch möglich sein, daß ein solcher
„Mann Sinn für höhere Bildung hätte? Daß er zum
„„Ehrendoktor" der Philosophie ernannt wurde, wird
„Niemanden Wunder nehmen, der die Hundedemuth gewiffer
„deutscher Profesioren kennt und weiß, daß nian den Doktor-