Deutsches Volk.
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heißen sollen, die Frage knüpft: „Wann wird es wohl in
„ganz Deutschland auf gut Deutsch heißen: Fort Bismarck,
„Fort Roon !" und so weiter. In der fortwährenden, erbitterten
Befehdung des deutschen Reichskanzlers koncentrirt sich bei
der Social-Demokratie die Feindschaft wider das Deutsche Reich.
Die kleinen Trabanten des „Voltsstaat" sind von gleichem
reichsfeindlichem Geist beseelt. Wir heben nur ein Beispiel
hervor aus dem „Dresdener Volksboten", der (1872, 291)
mit folgender höhnischer Travestie seine Leser unterhält:
„Rationalliber ales B at er un ser.
„Fürst Bismarck, der Du bist in Barzin,
„Geheiligt werde Dein Name,
„Zu uns komme in die Sitzung,
„Dein Wille geschehe im Abgeordnetenhaus wie im Reichstage!
„Unsere tägliche Lektion gib uns heute,
„Und verzeih' uns unsere Reden,
„Wie wir sie vergeben dem Herrenhause;
„Führe uns nicht in Versuchung mit der Gesetzgebern,
„Sondern erlöse uns von allem ernstgemeinten Fortschritt,
„Denn Dein ist das Reich u. s. w."
Für die Deutschen, die treu zum Deutschen Reich stehen
und die um das Vaterland verdienten Männer hoch in
Ehren halten, hat der „Volksstaat" nur die erniedrigendsten
Bezeichnungen. Er redetvon einer.,Reichsschweifwedelei"
(1872, 16), von „Kn echt seligen" (1872, 58.) Er
schreibt (1872, 70): „Ihr Begriff des Höchsten ist die
„Freiheit. Wessen? Die Deutschen sind natürlich nicht ge-
„meint, denn ihr „Begriff des Höchsten" trägt abwechselnd
„einen Kavalleriehelm, oder eine tief in die Augen fallende
„Militärmütze und heißt Bismarck." Und 1872, 58 lesen
wir: „Am 28. Juli feiert der Herr Reichskanzler seine
„silberne Hochzeit. Welch' treffliche Gelegenheit, um von