48 HI. Umsturz d. Ordnung durch die Soc. Demokratie.
einer Zerstörung der gesammten Gesellschaftsordnung. Es
ist wichtig, diesen unterscheidenden Punkt scharf in's Auge
zu fassen; denn bei einer Beurtheilung der Social-Demokratic
ist er von wesentlicher Bedeutung. Die Entschiedenheit, mit
der wir die Social-Deinokratie bekämpfen, will Manchem,
obwohl er nicht in ihren Reihen steht, doch nicht recht ein
leuchten. Man hört, wie die Social-Demokratcn mit Vor
liebe von den Schäden der Zeit und deren Beseitigung reden,
und meint alsdann, Angesichts der herrschenden Korruption
hätten sie doch nicht so ganz Unrecht. Man ist alsdann
rasch mit der Folgerung bei der Hand, daß eine Bekämpfung
der Social-Demokratie mit einer Läugnung der doch klar
vorliegenden Nothstände gleichbedeutend sei. Mit demselben!
Trugschluß suchen die Social-Dcmokraten die gegen sie ge
führten Streiche zn pariré». Während aber bei jenen ein
solch falsches Urtheil in der Unwissenheit seinen Grund hat
und allenfalls auch seine Entschuldigung findet, entspringt
es bei diesen der fanatischen Eingenommenheit und wird zur
bewußten Lüge, wenn sie alle, die wider sie sind, einer Ver
herrlichung der herrschenden Zustände beschuldigen, um sie
in den Augen der Arbeiter zu diskreditiren. Die Social-
Demokratic wird diese Taktik wohl niemals aufgebe». Die
jenigen aber, die nicht mit ihr sind, sollten doch endlich ein-
nial klar schauen lernen. All das Berechtigte, was an den
Auslassungen und Forderungen der Social-Demokratie ge
funden wird, darf keineswegs als etwas ihr Eigenthümliches,
als etwas specifisch Social-Demokratisches angesehen werden,
sondern es ist mit größerer oder geringerer Abstufung Ge
meingut aller socialen Parteien. Und Alles, was der Social-
Demokratie eigenthümlich ist, und sie von den übrigen Parteiell
unterscheidet, das ist vom Uebel und nöthigt uns zu bcm
entschiedensten Kampf gegen sie. Eigenthüinlich ist ihr nun