s)0 HI Umsturz b. Ordnung durch die Soc.'Demokraiie.
gang von Unten nach Oben und von Oben nach Unten
statt. In Allen aber, mögen sie Oben oder Unten ihre
Stellung gefunden haben, mögen sie zu den Reichen oder
zu den Armen zählen, wird der Mensch gleich geachtet. Diese
Verschiedenheit der Gesellschaftsglieder bezweckt nicht ein ver
schiedenes Maß des Lebensgenusses, sondern die Nothwendig
keit des sich gegenseitig Dienens. Wie unser Körper nicht
bestehen könnte, wenn alles an ihni Hand oder Fuß wäre,
sein Wohlergehen aber gefördert wird, wenn die Hand dem
Fuß, und der Fuß der Hand dient, so wird und muß auch
der sociale Körper zerfallen und untergehen, wenn man eine
Gleichheit seiner Glieder herstellen will, anstatt durch ihre
Verschiedenheit sie an einander zn binden, sie auf einander
anzuweisen zu gegenseitigen Dienstleistungen, die nicht nur
den Einzelnen nützen, sondern den Bestand der ganzen Ge
sellschaft erhalten, die Lebensfähigkeit des gesellschaftlichen
Organismus erst ermöglichen. Eine solche gesellschaftliche
Ordnung ist nicht von Menschen erfunden, sondern von Gott
uns gegeben, und das Zusammenwirken,der ungleichen Theile
und Glieder des Gesellschaftskörpers auf den verschiedenen
Lebcnsgebieten ist die ewige Gottesordnung, für die wir
eintreten, die anzutasten ein Frevel an den Einzelnen, wie
an der Gesellschaft ist.
Dabei geben wir gerne zu, daß die Verschieden
heiten und Ungleichheiten sich zeitweise allzu schroff heraus
bilden, ja sogar bis zur Unnatur sich ausgestalten und
dadurch der ursprünglichen Ordnung ihre Harmonie nnd
ihren Segen rauben können, daß z. B. übergroßer Reichthuni
in den Händen Weniger sich ansammelt und die Masse in
um so tiefere Armuth versinkt; oder daß das Herrschen zur
Despotie und das Dienen zur Sklaverei ausartet. Wir
sind weit davon entfernt, der gegenwärtigen Eigenthums-