Full text : Die Social-Demokratie

f»6  III.  Umsturz  b.  Ordnung  durch  die  Soc.-Demokratie.
„Fatal!  Nicht  seine  Schuld  war's,  daß  er  nur
„Als  Kind  des  Bolks,  des  niedern,  trat  in's  Leben;  —
„Fatal!  Und  daß  ihm  dennoch  die  Natur
„Ein  stolzes,  unbeugsames  Herz  gegeben.
„Du  Gottes-Gnaden-Vokk  begreifst  es  nicht,
„Wie  schlimm  es  ist,  als  Lump  die  Welt  zu  grüßen.
„Man  wird  s  me  los  —  als  habe  das  Gericht
„Es  ausgesprochen,  bis  zum  Tod  zu  büßen;
„Als  war's  vergiftet,  das  „gemeine"  Blut,
„So  selten  glückt  es  Einem,  sich  die  Fetzen,
„Die  in  der  Wiege  schon  sein  einzig  Gut,
„Vom  Hals  zu  schaffen.  —  O,  's  ist  zum  Entsetzen!
„Das  brennt  von  Tag  zu  Tag  sich  tiefer  ein
„Und  weiß  die  stärksten  Nacken  krumm  zu  beugen,
„Solch  Brandmark,  wie  Verachtung  —  diese  Pein
„Des  Paris's,  die  von  Ewigkeit  sein  eigen.
„Was  hilft  es,  ob  in  schmerzlich  wildem  Zorn
„Sein  roher  Geist  die  Bande  sucht  zu  sprengen,
„Nicht  ohne  Gold  löst  man  des  Wissens  Born,
„Wie  leicht  ist's  da,  den  Armen  zu  verdrängen.
„Was  hilft  es,  ob  die  Faust  sich  krampfhaft  ballt:
„Nie  ringt  der  Sklave  einzeln  sich  vom  Staube,
„So  lang  der  Freiheit  Ruf  im  Wind  verhallt,
„Weil  seine  Brüder  Blinde  sind  und  Taube.
„Vergebens  Alles  —  Armer  Leute  Kind,
„Aus  Dornen  wandelt  er  mit  nackten  Füßen
„Sein  Lebenlang  —  nur  für  den  Reichen  sind
„Die  Rosen,  die  den  Dornen  doch  entsprießen.
*  *
*
„Dem  Hiller  ward  kein  bess'res,  schön'res  Loos.
«Er  hatte  ewiglang  umsonst  gerungen,
„Er  rang  sich  nimmer  aus  des  Elends  Schooß,
„Und  hatte  nie  des  TageS  Plack  bezwungen.
            
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