Full text : Die Theerfarben-Fabriken der Herren Meister, Lucius & Brüning zu Höchst a. Main, in sanitärer und socialer Beziehung

10

dazu  angelegtes  Buch  eingetragen  und  dieses  am  Schlüsse  des  Jahres  dem
Comptoir  eingereicht.
Bei  Bränden  und  Feuerwehr-Uebungen  innerhalb  der  ordnungsmässigen
Arbeitszeit  erhalten  die  Mannschaften  keine  Vergütung;  für  jede  sie  in  Anspruch
nehmende  Leistung  über  die  gewöhnliche  Arbeitszeit  erhalten  dieselben  pro  Stunde
einen  Zuschlag  von  10  pCt.  ihres  Tagelohnes.
Die  Ableitungen  der  Abwässer  aus  den  Fabrikräumen  geschehen  durch
die  oben  erwähnten  cementirten  Rinnen  ;  von  da  gelangen  dieselben  in  weite  Thonleitungen, ­
  welche  alle  in  einen  Hauptabzugskanal  führen.  Letzterer  beginnt  auf
der  Alizarin-Fabrik  mit  Röhren  aus  Thon;  auf  der  Anilin-Fabrik  besteht  derselbe
aus  einer  Sohle  von  ausgehauenem  und  getheertem  Sandstein  mit  cementirter
Wölbung  aus  Backsteinen.  Dieser  Hauptkanal  mündet  an  dem  südlichen  Ende
der  Fabriken  in  einen  grossen  Klär-Schacht,  welcher  seinen  Inhalt  durch  ein
gusseisernes  Rohr  mitten  in  den  Main  entleert.  Die  Ausmündung  dieses  Rohres
in  den  Main  kennzeichnet  sich  niemals  durch  eine  Verfärbung  des  Wassers  an
dieser  Stelle,  was  seinen  Grund  in  der  grossen  Verdünnung  der  Abwässer  hat;
durch  den  Hauptkanal  fliessen  nämlich  sämmtliche  Tagwässer  und  von  der
Wasserstation  —  excl.  des  nicht  sehr  hohen  Procentsatzes,  welcher  verdampft
wird  pro  Stunde  250,000  Liter  reines  Wasser.

C.  Die  Fabrikation.
Gehen  wir  nunmehr  zu  der  Fabrikation  über,  so  müssen  wir,  ehe
wir  die  einzelnen  Räume  mit  ihren  speciellen  Aufgaben  betrachten,
vorerst  eine  Anzahl  von  Körpern  nach  ihrer  chemisclien  Zusammensetzung ­
  und  ihrem  Einflüsse  auf  die  Gesundheit  des  Näheren  besprechen, ­
  welche  die  Grundlage  sämmtlicher  Fabrikationszweige  bilden.
Es  sind  dies  die  Benzole,  das  Naphtalin  und  das  Anthraccn.
I.  Die  Rohstoffe.
1)  Die  Benzole.
Die  Benzole,  welche  zur  Fabrikation  von  Anilinöl  Verwendung
finden,  sind  von  1—1  pGt.  im  Steinkohlentheer  enthalten  und  werden ­
  daraus  durch  fractionirte  Destillation  und  Behandlung  der  Destillate
mit  Natron  und  Schwefelsäure  gewonnen.
Die  Benzole  bilden  eine  farblose,  stark  lichtbrechende,  aromatisch  riechende
Flüssigkeit,  deren  Siedepunkte  nach  den  Qualitäten  zwischen  80  und  150*^0.
liegen,  und  bestehen  der  Hauptmasse  nach  aus  Benzol  und  Toluol,  in  zurücktretender ­
  Menge  aus  Xylol  und  höheren  Homologen  des  Benzols.
In  reinem  Zustande  siedet
das  Benzol  bei  .  .  .  81®C.,
das  Toluol  bei  .  .  .  111®C.,
das  Xylol  bei  .  .  .  13G—139®C.,
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.