Full text: Die Theerfarben-Fabriken der Herren Meister, Lucius & Brüning zu Höchst a. Main, in sanitärer und socialer Beziehung

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clor bctrcíTenden Fabriken und die Ziele der Fabrikation — uns zuerst mit der 
Fra);e, wo gearbeitet wird, beschäftigen. Hierbei kommt die Bauart der Fabrik 
räume, deren Ventilation und Beleuchtung in Betracht. Dann werden wir uns 
mit den Rohmaterialien, welche zur Verwendung kommen, beschäftigen. Diese 
sowohl, wie die Zwischenglieder zwischen ihnen und den Endproducten der 
Fabrikation, sowie die Abfallstoffe haben wir während des Ganges der Fabrika 
tion in den einzelnen Räumen zu verfolgen und sie in physiologischer und klini 
scher Richtung zu prüfen, um ihren Einfluss auf die Gesundheit der Arbeiter und 
der Umgebung bemessen zu können. 
Hieran schliessen sich die Einrichtungen, welche zu Gunsten der Arbeiter, 
sowohl der gesunden, wie der erkrankten und invaliden, getroffen wurden. îsach 
einem Ueberblick über die Bewegung und die socialen Verhältnisse der Arbeiter 
im Allgemeinen gehört hierher der Modus der Aufnahme neuer Arbeiter, die 
Fabrik-Ordnung u. s. w. Bezüglich der gesunden Arbeiter müssen wir die Ar 
beitszeit und den Arbeitslohn, die Wohnung und Verköstigung derselben be 
trachten. Bei den erkrankten Arbeitern kommt die Unterstützungs-Kasse, der 
Wirkungskreis der Fabrik-Aerzte. die Führung der Kr.anken-.Journale, die Beach 
tung der Fabrik-Krankheiten in Betracht. Zum Schlüsse dieses Kapitels müssen 
die zu Gunsten der invalid gewordenen Arbeiter getroffenen Einrichtungen eine 
Stelle finden. 
Nunmehr kommt als Abschluss des Ganzen eine Zusammenstellung und Be- 
s])rechung der in den letzten 5 Jahren in den verschiedenen Räumen der Fabriken 
beobachteten Erkrankungen und im Anschluss hieran die von mir benutzte Theer- 
farben-Literatur. 
Selbstverständlich ist, dass bei einer solchen Arbeit wissenschaftlich viel 
Neues nicht geboten werden kann. Die Resultate der Erforschungen auf dem 
Gebiete der Physiologie, der Toxikologie u. s. w. werden hier in Connex mit dem 
beben gebracht und hierdurch eine gegenseitige Controle zwischen theoretischem 
Studium und den praktischen Erfahrungen geübt, welche sowohl der Wissen 
schaft, als insbesondere den Bestrebungen für das Wohl der arbeitenden Klasse 
zu Gute kommt. 
Ebenso selbstverständlich ist es. dass nicht alle Stoffe, welche auf den be 
treffenden Fabriken zur Verwendung kommen, sondern nur diejenigen, welche 
das Wesen der Fabrikation ausmachen, des Näheren besprochen werden. 
Auch beschränkten sich die von mir angestellten Thierversuche auf solche 
Stoffe, über welche entweder noch keine oder solche mit streitigen Resultaten 
Vorlagen. Dass dieselben zur Entscheidung der Frage, ob und wie weit mehrere 
derselben als Gifte zu betrachten sind, nicht ausreichen, ist klar; fielen dieselben 
nicht vielseitiger und ausreichender aus, so muss dies meine Stellung als prak 
tischer Arzt auf dem Lande, dem nur wenig Musse zu solchen, wenn sie gewissen 
haft angestellt werden, zeitraubenden Arbeiten bleibt, entschuldigen. 
Dass ich die ganze Arbeit nur im Einverständniss mit den Besitzern der 
Fabriken schreiben konnte, ist selbstverständlich. Dieselben erstrebten von Beginn 
der Fabrikation an eine möglichst genaue Beobachtung und Verfolgung aller 
Erkrankungen, einmal, um die Berechtigung oder Nichtberechtigung der vielfach 
gegen die Reschäftigung in solchen Fabriken herrschenden Vorurtheile zu prüfen, 
und dann, um die wirklichen sanitären Verhältnisse ihrer Arbeiter genau kennen
	        
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