I.
1*
Der Elb-Spree-Canal ist in erster Linie bestimmt, den Wasserweg zwischen
Berlin und der Oberelbe im Königreich Sachsen und in Böhmen abzukürzen.
Der Wasserweg Dresden-Berlin beträgt jetzt 62,25 Meilen,
davon 44,37 Ml, per Elbe
4,38 ,, per Plauener Canal
11,50 „ per Havel
2,0 „ per Spree,
dagegen der projectirte Wasserweg Dresden-Grödel-(Riesa)-
Canal-Berlin 28,6 Meilen,
davon 6,6 Ml. Elbe
18,0 „ Canal
4,0 „ Dahme u. Spree.
Wasserweg Ri esa-Elbe-Havel-Berlin = 55,25 Meilen.
Riesa-Canal Berlin = 22,4 Meilen,
davon Riesa-Grödel elbaufwärts 0,4 Ml.
Canal 18,o „
Dahme und Spree 4,o „
Der Schiffsweg Riesa-Berlin, also der Wasserweg Riesa, Elbe, Magdeburg,
Plauen-Canal, Havel, Spree, beträgt jetzt 55,25 Meilen, Derselbe wird durch den Canal
Riesa-Berlin auf 22,4 Meilen abgekürzt, also um 32,85 Meilen — von 100 auf 40,54 % — •
Nun kommt zwar in Betracht, dass für den Verkehr stromab die Elbe dem Schiffer
grössere Vortheile bieten mag, als der Canal mit seinem stillstehenden Wasser; doch wird
dies reichlich dadurch aufgewogen, dass für die Elb - Schiffahrt der Verkehr stromauf
weit schwieriger ist, als gerade in dem Canal. Was aber ungleich wichtiger ist: der
Schiffer findet im Canal eine gleichmässige Fahrtiefe, welche sichere Calculationen
gestattet, während auf der Elbe der wechselnde Wasserstand nicht selten die sorg
fältigsten Berechnungen über Frachtkosten und Lieferzeit durchkreuzt.
Der projectirte Canal schliesst sich bei Grödel in der Nähe von Riesa an die
sächsische Elbe an, durchschneidet in der Richtung nach Elsterwerda zu die sächsische
Amtshauptmannschaft Grossenhain, berührt sodann im Königreich Preussen
in seinem nördlichen Laufe nach Berlin die Kreise Liebenwerda, Schweinitz,
Luckau, Jüterbog-LuckenWalde, Beeskow-Storkow und Teltow, um in
Königs-Wusterhausen in die dort bereits schiffbare Dahme einzutreten, von wo
aus über Köpenick die Spree und auf derselben Berlin per Wasser erreicht wird.
Indem im Uebrigen auf die Beschreibung der technischen Arbeiten verwiesen wird,
mögen hier nur kurz die Grundzüge erwähnt werden, nach denen die Terrain-Vor
arbeiten ausgeführt worden sind.
1. Der Canal gilt als Ergänzungs- resp. Verbindungsglied des norddeutschen
Stromnetzes, der Art dass denselben unbehindert und unbeschränkt
jedes auf den deutschen Strömen gehende Fahrzeug mit einer Trag
fähigkeit bis zu 350 — 400 Tonnen benutzen kann.