Full text: Die wirthschaftliche Bedeutung und Rentabilität des Elb-Spree-Canals

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2. Der Canal hat in seiner Anlage und Construction den Anforderungen 
des modernen Verkehres zu entsprechen; nicht allein dass die Trace 
im Allgemeinen den durch die natürliche Terraingestaltung dargehotenen 
resp. erlaubten kürzesten Weg zwischen den Hauptendpunkten 
innehält, es soll auch die Anordnung der einzelnen Canalhaltungen 
sowie deren V ermittelungs - Anlagen einen, die möglichst kürzeste 
Lieferzeit exact innezuhaltenden Schiffahrtsbetrieh zulassen. 
3. Der Transport erfolgt ausschliesslich durch Dampf kraft und zwar, . 
abgesehen von dem Landtransport der Fahrzeuge über die beiden 
geneigten Ebenen, durch die neuerdings in rege Aufnahme gekommene 
louage mittelst Drahtseil. 
4. Es ist dafür Sorge getragen worden, dass der Vorzug der Wasser 
strasse vor den Eisenbahnen, nahezu an jedem Punkte des schiöharen 
Wegs ein- und ausladen zu können, auch dem projectirten Canal 
gesichert ist. 
5. An allen den Punkten, in denen der Canal Eisenbahnen kreuzt, sind 
alle Einrichtungen für einen möglichst erleichterten Uebergang der 
Güter des Bahntransports zur Wasserfracht und umgekehrt in Aussicht 
genommen worden. 
Durch die Projectirung des Canales mit nur 2 Wasserhaltungen, sowie durch 
Einführung der Drahtseilschiffahrt wird es in der That möglich sein, die Fracht- 
hewegung zwischen Dresden und Berlin in 3, längstens 4 Tagen zu bewältigen, ein 
Resultat, durch welches die Concurrenzfähigkeit des Elb-Spree-Canals mit den Eisen 
bahnen in Wahrheit zu garantiren ist. Der Betrieb auf dem Canale ist überhaupt 
nur in Analogie des Betriebes der Eisenbahnen zu denken. 
Die Abfahrt von den beiden Endstationen erfolgt planmässig in bestimmt 
innezuhaltenden Zeiten, wodurch gleichzeitig auch in der Ankunft die wünschenswerthe 
Pünktlichkeit erreichbar wird. 
Eigene Telegrapheneinrichtungen regeln den Betrieb und setzen die an 
verschiedenen Punkten stationirten Canalwärter von der Ankunft der Züge rechtzeitig 
in Kenntniss, so dass diese im Stande sind, ohne besonderen Zeitverlust für den 
Verkehr die etwa vorkommenden Hindernisse zu beseitigen, die geschlossenen Brücken 
zu öffnen und die Durchschleusung vorzubereiten. Deshalb wird auch zur Regel 
erhoben, dass ein jedes der den Canal berührenden Fahrzeuge sich in die durch 
Toueurs geschleppten Güterzüge einreiht. Der Pferdezug oder das Ziehen der Fahr 
zeuge durch Menschen wird grundsätzlich ausgeschlossen, so dass also auch kein 
Leinpfad vorhanden ist. Die an den Endpunkten stationirten Canalwärter besorgen 
schon vor dem Eintreffen der Toueure das Rangiren der Züge und setzen je nach 
dem Bestimmungsort der Fahrzeuge deren Reihenfolge fest. 
An geeigneten Punkten der Canallinie werden Häfen mit Wendeplätzen angelegt. 
Die Anlage von Stichcanälen in diejenigen nebenliegenden Gebiete, aus welchen Fracht 
güter in angemessenen Quantitäten zu erwarten stehen, ist in Aussicht genommen. 
Die Baukosten des Elb - Spree - Canals waren früher zu 42 Millionen Mark 
veranschlagt. Nach Wegfall des projectirten Zubringer-Canals werden dieselben doch 
noch 39,5 Millionen Mark, in runder Summe 40 Millionen Mark betragen, 
namenthch deswegen, weil die Einmündung an der Elbe, die Speisung mit Elbwasser, 
sowie die beiden schiefen Ebenen besonders hohe Summen beanspruchen, Baukosten, 
die bei 18 Meilen Länge sich auf den Betrag von 2 200 000 Mark pro Meile belaufen. 
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