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IV. u. V. Die beiden letzten Arbeiterkategorien, die Monats- und
die Jahresarbeiter, werden seltener und nicht so sehr für Feldarbeiten,
als für verschiedene Dienste auf dem Gutshofe gedungen. Diese Kate
gorien — besonders die Jahresarbeiter -— bilden das Gesinde. Sie werden
gewöhnlich im Herbst gedungen, da nach dem Schluss der Feldarbeiten
der Landarbeiter wenig Aussicht auf einen anderen Verdienst auf dem
platten Lande hat. Im Frühjahr und im Sommer verdingen sich die
Arbeiter auf einen Monat sehr ungern, da sie als Taglöhner viel mehr
verdienen können. Zur Zeit des besonderen Bedarfes an Arbeitskräften
wird das Hausgesinde auch für Feldarbeiten verwendet.
Auf Monate und auf ein Jahr verdingen sich entweder Wander
arbeiter, wenn sie im Sommer wenig verdient haben, oder einheimische
Arbeiter, gewöhnlich die «Zehenter>; in den Jahren der Missernte oder
anderer unglücklicher Zufälle in ihrer Wirtschaft tun es auch die grund
besitzenden Bauern.
Die Zehenter werden gewöhnlich mit einer Hütte unfeinem kleinen
Landstück versehen; manchmal werden ihnen Naturalien geliefert, manch
mal ausser diesen auch eine geringe Geldsumme. Dafür verpflichten sich
die Zehenter zu einer Reihe von Arbeitsleistungen in der Gutswirtschaft.
Werden die Hütten von den Zehentern selbst gebaut, so geschieht es
unter der Bedingung, dass das Holz vom Grundherrn geliefert, dagegen
die Arbeit und das Steinebrechen von den Zehentern geleistet werden,
wofür der Zehenter die Hütte unentgeltlich benutzt. Unter Umständen,
wenn der Grundherr das Landstück und die Hütte anderweitig braucht
oder der Grundbesitz in andere Hände übergeht, werden die Zehenter,
manchmal auch ganze Dörfer derselben, von ihren Ansiedelungen ver
trieben. 1 )
Ausser der Einteilung der Arbeiterkategorien nach den verschie
denen Vertragsarten werden die Taglöhner, Akkord- und Fristarbeiter
auch in verschiedene Gruppen eingeteilt nach der Körperkraft und nach
dem Geschlecht. Diese bilden: 1. Vollarbeiter — so wird der in
voller Kraft stehende und zu allen Feldarbeiten fähige Mann genannt;
2. Dreiviertelarbeiter oder nach dem Ausdruck der Arbeiter selbst
— Eindrittelarbeiter. Ein solcher ist ein etwas weniger kräftiger
Vollarbeiter. Während der Vollarbeiter sich für alle Feldarbeiten ver
dingt, kann der «Eindrittelarbeiter» besonders beim Mähen nicht so viel
leisten. 3. Halbarbeiter ■—• d. h. ein Mann, unter 23 und über 50 Jahre
alt. Diese Kategorie von Arbeitern wird meistens für die nebensäch-
9 Siehe Materialien zum Bodenkataster im Oouv. Cherson, Bd. I, S. 50.