Full text : Die Deutschen im Auslande

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inenwohnten,  wie  in  Petropolis,  der  kaiserlichen  Sommerresidenz,
treten  sie  immer  mehr  in  den  Hintergrund."  Ziemlich  der
ganze  Grund  und  Boden  von  Rio  ist  in  den  Händen  großer
Besitzer,  welche  parzellenweise  kein  Land  zu  verkaufen  pflegen;
der  kleine  deutsche  Landwirth  findet  also  schwer  Gelegenheit
zum  Fortkommen.
In  der  Ha  up  stadi  Rio  de  Janeiro  leben  etwa
vier-  bis  fünftausend  Deutsche,  welche,  wenn  sie  auch  an  Zahl
.anderen  Fremden,  insbesondere  den  Portugiesen  und  Franzosen
nachstehen,  so  doch  von  bedeutendem  Einflusie  sind;  der  Großhandel ­
  und  das  Kunstgewerbe  sind  zum  großen  Theile  in  ihren
Händen.  Ihnen  ist  es  besonders  zu  verdanken,  daß  auch  in
vornehmen  brasilianischen  Kreisen  deutsches  Wesen,  deutsche
Kunst  und  Wissenschaft  eine  hervorragende  Rolle  spielen.  Es
giebt  in  Rio  eine  stark  besuchte  mehrklassige  deutsche  Schule,
sowie  eine  Anzahl  deutscher  geselliger  Vereine,  unter  denen
der  Klub  „Germania",  welchem  die  meisten  deutschen  Großkaufleute ­
  angehören,  hervorzuheben  ist.  Drei  deutsche  Zeitungen
erscheinen  hier:  die  ..Deutsch-Brasilianische  Warte",  die  „Allgemeine
  Deutsche  Zeitung"  und  die  von  Herrn  Karl  Bolle
redigirte  vortreffliche  „Rio-Post".  Hoch  erfreulich  ist  es,  daß
die  Berliner  Diskonto-Gesellschaft  und  die  Norddeutsche  Bank
beschlossen  haben,  mit  einem  Grundkapital  von  10,000,000  Mk.
in  Rio  de  Janeiro  eine  deutsche  Bank  ins  Leben  zu  rufen.
Die  Provinz  Sao  Paulo  zählt  unter  ihren  Bewohnern
17,000  bis  18,000  Deutsche,  welche  leider  überall  verstreut  woh.
nen.  Der  Handelsstand  in  der  Haupstadt  Sao  Paulo  und
der  Hafenstadt  Santos  ist  zum  großen  Theile  deutsch  und
steht  in  hohem  Ansehn.  Deutsche  Kirchengemeinden,  deutsche
Schulen,  deutsche  Vereine  aller  Art  sind  zahlreich  vorhanden.
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