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vorzüglich in letztgenannter Provinz, anbetrifft, so urtheilt darüber
der bekannte Geograph Andre e folgender Maßen: „Während
die romanische Bevölkerung gar keine oder nur eine geringe
natürliche Vermehrung aufzuweisen hat, kommt in vielen
deutschen Kolonien erst auf vier Geburten ein Todesfall: ein
Beweis für die Zuträglichkeit des Klimas und das physische
und wirtschaftliche Wohlbefinden der dortigen Teutschen.
Würde nur zehn Jahre lang die Hälfte der deutschen Auswanderer
nach der Provinz Rio Grande do Sul geleitet werden
können, so würden die Deutschen auch dort numerisch die Majorität
besitzen, und in weiteren zehn Jahren könnte dies mit
allen drei Provinzen geschehen, so daß in einem verhältnißmäßig
kurzen Zeitraum ein Land von der Größe des Deutschen Reiches
der Nationalität nach faktisch zü einem deutschen werden
könnte." Herr Soy aux sagt in seinen „Berichten über meine
Reise in Süd-Brasilien" (Berlin 1887) von der Bevölkerung
im deutschen Koloniengebiet von Rio Grande do Sul: „Sie
hat sich so deutsch erhalten, daß, wie mir von Kennern mehrfach
versichert wurde, wohl nur ein Prozent der Gesammtheit
portugiesisch spricht. Leider scheinen sich die numerischen Verhältnisse
in bedrohlichster Weise bedeutend zum Nachtheile der
deutschsprechenden Menge verschieben zu wollen, und niemals
lag die Befürchtung näher als gerade jetzt, daß dort ein versprengter
deutscher Völkerbruchtheil dem llntergang in dem Ansturm
romanischer Völkerwellen geweiht ist, falls ihm nicht
neues Blut, neue Kraft in wirksamer Menge zugeführt wird.
Und wahrlich, dieser deutsche Bauernstamm ist es werth, daß man
ihm mindestens Gerechtigkeit widerfahren lasse; der Zufluß an
neuen, auffrischenden und die Heimathserinnerungen wach haltenden
Elementen ist seit langen Jahren fast versiegt und doch