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dort gelehrt werde. Eine rein deutsche Schule mit deutscher
Unterrichtssprache ist leider noch nicht vorhanden. In der Nähe
von Smyrna besitzt die Berliner „Deutsche Handelsgesellschaft"
ergiebige Weinberge.
Die Templerkolonien in Syrien und Palästina
verdanken religiösen Beweggründen ihre Entstehung. Die merk-
würdige Sekte des ..Tempels" ist aus dem schwäbischen
Pietismus hervorgegangen. Als eigentlicher Stifter der Temp-
lergemeinde ist der unlängst verstorbene Christoph Hoff
mann anzusehen, welcher im Jahre 1845 das noch bestehende
Organ derselben, die zu Stuttgart erscheinende (jetzt von Dr.
Franz Paulus redigirte) „Warte des Tempels" gründete
und sich mit dem Lederhändler Hardegg in Verbindung
letzte, um einer Weisiagung der heiligen Schrift gemäß das
„Volk Gottes" nach Jerusalem zu führen. Zur näheren Orien-
tirung über das Wesen dieser eigenartigen Sekte sei das inte
ressante Werk Chr. Hoffmann's „Orient und Occident"
Stuttgart 1875) empfohlen. Die älteste Niederlassung der
Templer in Palästina ist Caifa, wo sie seit dem Jahre 1868
angesiedelt sind; hier wohnen gegenwärtig ca. 450 Gemeinde-
glieder. Außer in Caifa befinden sich Tcmplergemeinden in
Jaffa, Sarona, Jerusalem (ca. 310 Seelen). Bei
rut, Nazareth und Ramleh. im Ganzen ungefähr 1300
Seelen. Die Templer von Beirut. Nazareth und Ramleh sind
Gewerbetreibende, die übrigen meistens Acker- und Weinbauern.
Die Templer sind noch immer Angehörige des Deutschen Rei
ches und trotz ihrer religiösen Sonderstellung gut national
gesinnt.
In I e r u s a l e m besteht außer der Templergemeinde noch
«ine deutsche evangelische Gemeinde, welche die ebenfalls dort