Die Deutschen in der Südsee.
Die Inseln der Südsee in ihrer Gesammtheit sind
beinahe als eine einzige große deutsche Handels- und Plantagen
kolonie zu betrachten, obschon die eigentliche politische Oberherr
schaft Deutschlands sich nur auf den nördlichen Theil derselben
erstreckt.
Den Grund zu der deutschen Handelsherrschaft in der Südsee
legte das bekannte Haus Godeffroy in Hamburg,
welches von seiner Hauptstation Samoa aus bald sämmtliche
Inselgruppen in seinen Bereich zog. Noch immer bilden die
Samoa-Inseln, insbesondere die Stadt Ap ia auf der Insel
U p o l u , den Mittelpunkt der deutschen HandelSintercssen in der
Südsee. Die „Deutsche Handels- und Planta g en -
g es e l l s ch a f t der S ü d s e e ", die Nachfolgerin des Hauses
Godeffroy, besitzt gegenwärtig fünf Pflanzungen auf den Sa
moa-Inseln mit einem Gesammtareal von 7000 Acres. Ter
Betrieb der Pflanzungen auf Samoa kann wohl den Vergleich
aushalten mit der vorzüglich geleiteten Verwaltung eines Groß
grundbesitzes in Deutschland. Auf den Inseln leben etwa 250
Weiße, von denen ungefähr drei Viertel Deutsche sind. Der
Hafen S a l u a s a t a auf U v o l u befindet sich schon seit län
gerer Zeit im Besitz des Reiches; möge bald die ganze Jnsel-
grilppe allen englischen und amerikanischen Intriguen zum Trotz
sein Schicksal theilen, sie ist es werth.
Das deutsche Schutzgebiet in der Südsee erstreckt sich über
Kaiser W i l h e l m s l a n d (179,250 Quadrat-Kilometer) auf
Neuguinea, den Bismarck -Ar chipe! (52,200 Qua-