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liebhaber, Pflanzenfreunde u. f. w. sollten daher ihre Schritte
thunlichst dahin lenken, wo sich deutsche Niederlassungen befin
den, und ganz besonders dahin, wo das Deutschthum in Gefahr
steht, feindlichen Völkern im Kampfe zu erliegen. Dann könnten
sie, während sie ihren Liebhabereien nachhängen, zugleich im
edelsten Sinne für das Wohl der Gesammtheit des Volkes
wirken; letzteres nicht allein durch moralische Unterstützung von
Volksgenossen in ihrem Ringen um die Erhaltung der Natio
nalität, sondern auch durch Erwerbung und Verbreitung ein
gehender Kenntniß über die Lage des Deutschthums im Aus
lande. Die Pflege eines regen Verkehrs zwischen Mutterland
und Kolonie hat die Lenkung der Auswanderung in
letztere zu seiner natürlichen Folge, dient also auch in dieser Be
ziehung dazu, das deutsche Element der Niederlaffung zu stärken
und zu heben. Dieser Verkehr kommt aber nicht minder dem
Mutterlande als der Kolonie zu Gute, denn er veranlaßt den
Ansiedler, seinen Bedarf an Erzeugnissen des Industrie- und
Gewerbefleißes aus der alten Heimath zu beziehen und dadurch
zur Erhöhung des nationalen Wohlstandes beizutragen.
Um die deutschen Ansiedler und ihre Nachkommen unserem
Volke zu erhalten, sollte ferner vor allen Dingen dafiir gesorgt
werden, daß das Erziehungs- und Bildnngswesen in
der Kolonie seinen deutschen Charakter nicht verliert. Jnsbe-
sondere ist darauf zu achten, daß die Seelsorge allein von
deutschen Geistlichen ausgeübt wird. Deutsche Schulen,
sowie deutsche Zeitungen sollten, soweit sie sich dessen
würdig erweisen, von der Heimath ans wirksam unterstützt wer-
den. Deutsche Bibliotheken sind anzulegen und mit den
hervorragenden Erzeugnissen der deutschen Nationalliteratur, be
sonders mit Werken, welche den Nationalstolz zu wecken und zu