Full text: Die Deutschen im Auslande

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schwierigsten Verhältnissen und mit der geringsten Aussicht auf 
Erfolg zur Gründung eines deutschen Blattes schreiten oder ge 
schritten haben und dasselbe am Leben zu erhalten bemüht sind, 
obgleich der erzielte Gewinn nur in den seltensten Fällen der 
Mühe und dem Risiko entspricht. Mit Recht sagt der weitge 
reiste W. Jo est in seiner unten näher bezeichneten, hochinteressanten 
kleinen Schrift: „Der deutsche Redakteur, der neben den reich, 
sten Kaufherrn oder Beamten der Kolonie im Vorstande des 
deutschen Schützen^, Kegel-, Turn-, Krieger- oder auch nur des 
einfach dem edlen Genuß deutschen Bieres sich weihenden Ver 
eins sitzt, der bei Königs-GeburtStag die Festrede hält und die 
Glückwunsch-Depesche an Se. Majestät aufsetzt, er verdient 
unsere vollste Hochachtung, er ist ein Promachos für Deutsch- 
land, dessen Einfluß sowohl auf seine eigenen Landsleute wie 
auf die Fremden nicht unterschätzt werden darf. Wäre Deutsch- 
land reicher, so würde ich finanzielle Unterstützung einer jeden 
deutschen Zeitung im Auslande, sofern dieselbe erbeten würde, 
für äußerst wünschcnSwerth halten." — Wir meinen, so gut 
wie sich ein deutscher Schulvcrein gebildet Hat, sogni könnte auch 
ein deutscher P r e ß v e r c i n ins Leben gerufen werden, ein Verein, 
der sich die Unterstützung würdiger deutscher Zeitllngen im Aus- 
lande zur Aufgabe stellte, sei es durch Geldmittel, sei es durch 
Zuwendung von Inseraten, sei cs endlich durch geeignete Korrc- 
spondenzen und literarische Beiträge. 
Von denjenigen ausländischen Zeitungen, welche in erster 
Linie für die in der Fremde angesiedelten Teutschen bestimmt 
sind und von solchen geschrieben werden, sind Blätter mehr in 
ternationalen Charakters zu unterscheiden, welche freilich eben 
falls in deutscher Sprache erscheinen, jedoch nicht aus dem 
Grunde, well sie lediglich für deutsche Leser bestimmt wären,
	        
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