Full text: Die Deutschen im Auslande

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Einige Bemerkungen üöer das deutsche 
Hlationalöewußtsein. 
Unter den vielen Momenten, welche den Einzelnen an das 
Volk fesseln, dem er entsprossen ist, welche also die Träger der 
nationalen Gesinnung sind, ist die Sprache eines der wich- 
tigsten. Man darf jedoch dabei nicht übersehen, daß eine An- 
zahl von Menschen keineswegs durch Gemeinsamkeit der Sprache 
zu einer Nation gestempelt wird, sondern lediglich durch die Ge. 
meinsamkeit der Abstammung und der geschichtlichen Entwickelung. 
Die Gemeinsamkeit der Sprache ist allerdings in der Regel eine 
Folge der Blutsverwandtschaft, und daher decken in den meisten 
Fällen die beiden Begriffe Sprachgemeinschaft und Nationalität 
einander. Es giebt jedoch sehr erhebliche Ausnahmen. Wie 
lächerlich wäre es zum Beispiel, wenn man die vielen einzig die 
englische Sprache sprechenden Neger als zur englischen Nation 
gehörig betrachten wollte! 
Wie die Sprachgemeinschaft der Menschen ursprünglich und 
in den meisten Füllen die Folge einer bereits bestehenden, durch 
die gemeinschaftliche Abstammung bedingten Zusammengehörig- 
keit ist, so ist sie andererseits wieder das wichtigste Mittel, diese 
Zusammengehörigkeit noch mehr zu festigen und zum Bcwußtseiil 
zu bringen. Die Gemeinsamkeit der Sprache meist die einzelnen 
Glieder der Nation auf einander an und sondert sie ab von 
fremden, sich einer anderen Sprache bedienenden Völkern. Sie 
verhindert es auf solche Weise, daß die Nation durch Blut- 
Mischung mit anderen Nationen ihre körperliche und geistige 
Eigenart verliert oder gar in fremde Völker untergeht. Nur in
	        
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