15
nicht verloren gehen oder sie gar schädigen, sondern vielmehr
eine Erweiterung des von ihr eingenommenen Theiles der Erd
oberfläche anbahnen helfen'? Ohne Zweifel sind vor allen
Dingen diejenigen Elemente von der Auswanderung zurück
zuhalten, welche in der Heimath der Nation mehr zu nützen
vermögen als in der Fremde. Mit Recht fordert Ernst von
Weber, daß die ungeheure Mehrzahl der Auswanderer aus
dem Proletariat zu entnehmen ist. Die Verwirklichung dieser
Forderung würde nicht allein den Auswanderern selbst, sondern
auch den Zurückgebliebenen zum größten Segen gereichen. Vor
allen Dingen müßte der Strom der Auswanderer in solche
Gegenden geleitet werden, wo die Gefahr des Aufgehens in
fremde Völkerschaften und der Vermischung mit niedriger sie-
henden Rassen eine möglichst geringe ist. Die Ausgewanderten,
welche dem Heimathlande national erhalten bleiben, bleiben ihm,
wie die Erfahrung lehrt, im Allgemeinen auch wirthschastlich
erhalten, das heißt sie bleiben Abnehmer der heimathlichen In
dustrie, so lange bei ihnen die landwirthschaftliche Produktion
die industrielle noch in dem Grade überwiegt, daß sie genöthigt
sind, ihren Bedarf an Jndustrieerzcugnissen von außen her zu
beziehen.
Die Ausgewanderten — vorausgesetzt natürlich, daß sie
nicht zum Vaterlande zurückkehren — können nur in dem Falle
ihrer Nation erhalten bleiben, wenn sie Acke-r bo u ko l o nie n
gründen, das heißt, wenn sie in ihrer neuen Heimath sich dauernd
niederlassen, für sich und ihre Nachkommen dort Grund und
Boden erwerben und denselben mit ihrer eigenen Hände Arbeit
bewirthschaften. Nur aus Ackerbaukolonien gehen neue kräftige
nationale Gemeinwesen hervor. Nicht ackerbautreibende Volks
stämme können recht wohl eine Zeitlang seßhaft bleiben in