Full text : Die Deutschen im Auslande

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gewandtheit  weit  nachstehen,  scheint  förmlich  dazu  angethan  zu
sein,  das  Volk  des  eigenen  Denkens  zu  entwöhnen  und  dasselbe
unter  das  Joch  hohler,  aber  bestechender  Schlagworte  zu  beugen. ­
  Von  Heine  als  politischem  Schriftsteller  wird  sich  selbstverständlich ­
  jeder  nationalgesinnte  Deutsche  mit  dem  tiefsten
Ekel  abwenden;  tritt  doch  bei  ihm  jene  Vaterlandslosigkeit  unt>
Käuflichkeit,  welche  leider  einen  großen,  wenn  nicht  den  überwiegenden ­
  Theil  unseres  Journalistenthums  kennzeichnet,  in
widerwärtiger  Nacktheit  zu  Tage.  Menu  irgend  etwas  das
deutsche  Nationalbewußtsein  zu  zerstöre»  geeignet  ist,  so  ist  es
jener  fremde,  in  unsere  moderne  Literatur  eingedrungene  und
sie  zum  Theil  beherrschende  internationale  Geist,  welcher  alles
Ehrwürdige  in  den  Staub  zieht  und  verspottet,  die  Achtung  vor
den  Gesetzen  und  der  Obrigkeit  untergräbt,  die  heiligen  Bande
der  Liebe  und  Treue,  welche  den  Deutschen  an  Fürst  und  Vaterland ­
  fesseln,  lockert  und  löst.  Möchte  der  deutsche  über  diesen
fremden,  verderblichen  Geist  bald  den  Sieg  davontragen,  wie  er
im  vorigen  Jahrhundert  über  den  damals  sich  breit  machenden
französischen  Geist  den  Sieg  davongetragen  hat.
Wo  das  Nationalbewußtsein  gut  begründet  und  von  Dauer
ist,  da  wird  es  sich  als  National  stolz  äußern.  Der  Nationalstolz ­
  ist  allerdings  bis  zu  einem  gewissen  Grade  schon  eine
Folge  der  Selbstachtung,  welche  man  bei  jedem  Menschen,  nur
bei  einem  offenkundigen  Lumpen  nicht,  voraussetzen  darf;  zunl
eigentlichen  Bewußtsein  gelangt  er  jedoch  erst  da,  wo  eine  vergleichende ­
  Werthschätzung  zwischen  fremden  Völkern  und  dem
eigenen  stattfindet.  Um  den  Nationalstolz  eines  Volkes  zu  hegen
und  zu  fördern  ist  es  daher  vor  allen  Dingen  geboten,  den
höheren  Werth  und  die  höhere  Bedeutung  der  eigenen  im  Vergleich ­
  mit  fremden  Nationen  zum  Bewußtsein  zu  bringen.  Die«
            
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