entfernt ist, ebenso fern steht das erhebende Bewußtsein, einem
großen und tüchtigen Volke anzugehören, dünkelhafter nationaler
Ueberhebung. Die nationale Ueberhebung, welche besonders
unter den Engländern weit um sich gegriffen hat, ist ein Zeichen
beginnenden Verfalls und befördert diesen ganz unmittelbar.
Ein Volk, welches sich weigert, das von anderen Völkern ge
schaffene Gute anzuerkennen, welches alles Fremde gering schätzt
und verachtet, verzichtet auf eine der wichtigsten Triebfedern des
Fortschrittes und wird in dem Wettlaufe der Nationen nach
dem Ziele höherer Vollkommenheit und damit höherer Macht
unweigerlich bald überholt werden. Es ist aber wahrlich nicht
an der Zeit, die Deutschen vor dieser nationalen Ueberhebung
zu warnen. Sie erkennen das ihnen von anderen Völkern dar
gebotene Gute gern und willig an; aber leider steht ihr Natio-
nalstolz durchweg lange noch nicht hoch genug, daß sie nicht
über das Schlechte, welches ihnen von außen zugeführt wird,
nur allzu häufig das eigene Gute vernachlässigten. Den deut
schen Nationalstolz und mit ihm die deutsche Einigkeit zu kräf
tigen und zu fördern, wird noch auf viele Jahre hinaus das
edelste und oberste Ziel jedes Vaterlandsfreundes sein.