Full text: Die Deutschen im Auslande

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besser jedoch werden die beiden von einander verschiedenen Be- 
griffe auch durch zwei verschiedene Namen bezeichnet. Eine 
Handelsniederlassung erfordert durchaus keine staatliche Ober 
hoheit, jedoch ist von der einfachen Handelsniederlassung zur 
eigentlichen Handelskolonie ein allmählicher Uebergang möglich; 
der Begriff der ersteren steht dem der letzteren näher oder ferner, 
je nachdem die völkerrechtlichen Verträge, durch welche die 
Handelsniederlassung geschützt ist, in ihren Wirkungen einer 
politischen Oberherrschaft mehr oder weniger gleichkommen. In 
Handelskolonien halten sich die Kolonisten, meist Handelsagenten, 
im Allgemeinen nur vorübergehend auf. während in Ackerbau- 
kolonien sie sich dauernd niedergelassen haben. Der große Unter- 
schied zwischen Ackerbau- und Handelskolonie springt am meisten 
in die Augen, wenn man in der einen sowohl wie in der an 
dern das Verhalten der Kolonisten gegenüber der eingeborenen 
Bevölkerung in Betracht zieht. Die Ackcrbaukolonisten suchen 
die Eingeborenen möglichst zu verdrängen, um sich deren Grund 
und Boden erb- und eigenthümlich anzueignen, während in 
Handelskolonien eine zahlreiche und wohlhabende eingeborene 
Bevölkerung gerade von dem allergrößten Nutzen ist für die 
Koloniegründer, denn nur bei Vorhandensein einer solchen dürfen 
sie ans schnellen und sicheren Absatz ihrer Waaren rechnen. Zu 
Handelskolonien eignen sich am besten solche Gebiete, in welchen 
die Ueppigkeit der Natur und die Fruchtbarkeit des Bodens 
zwar einer zahlreichen Bevölkerung die Lebensbedingungen ge 
währt, wo jedoch eine ausgedehntere eigene Industrie nicht auf- 
kommen konnte, mag dieses nun auf Rasseneigenthümlichkcitcn 
oder ans klimatische Gründe zurückzuführen sein. Derartige Ge- 
biete finden sich vorzugsweise in den Tropen. 
Mit den Handelskolonien verbinden sich gewöhnlich Pflan-
	        
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