Full text : Die Deutschen im Auslande

noch  im  fünfzehnten  Jahrhundert  war  ganz  Tirol  deutsch.  Gegenwärtig
  macht  das  Jtalienerthum  reißendere  Fortschritte  denn
je,  und  dieser  beängstigende  Zustand  wird  ohne  Zweifel  anhalten,
  so  lange  man  nicht  dem  unablässigen  Wühlen  der  italienischen ­
  Irredenta  mit  Energie  entgegentritt.  Einer  der  am
weitesten  vorgeschobenen  Vorposten  des  Deutschthums  in  Tirol
ist  die  große  Gemeinde  L  n  s  a  r  n  oder  L  u  s  e  r  n  a  ,  am  äußersten ­
  Ende  des  Landes;  doch  auch  hier  droht  in  Folge  schamloser ­
  Intriguen  das  Welschthum  schließlich  die  Oberhand  zu
gewinnen.
Küstenland.  Auch  im  österreichischen  Küstenland  ist
das  Jtalienerthum  im  Fortschreiten  begriffen,  jedoch  weniger ­
  auf  Kosten  der  Deutschen  als  der  Slaven.  Man  zählt
übrigens  hier  neben  876,603  Italienern  und  320,806
Slaven  nur  12,579  Deutsche.  Letztere  vertheile»  sich  so,
daß  in  Triest  und  Umgebung  5,141,  in  Istrien  4,779,  m
Görz  und  G  r  adiska  2,659  Einwohner  deutscher  Nationalität
vorhanden  sind.
Dalmatien.  Die  geringste  Anzahl  Deutscher,  sowohl  in
absolutem  wie  in  relativem  Sinne,  beherbergt  unter  den  cisleithanischen
  Ländern  das  wirthschaftlich  wichtige  Dalmatien.
Neben  440,279  Serbo  -Kroaten  und  114,291  Italienern
finden  sich  hier  nur  3,382  Deutsche.
Galizien.  Während  der  letzten  Jahrhunderte  sind  zahlreiche ­
  Deutsche  in  Galizien  eingewandert;  dieselben  sind  jedoch ­
  zum  größten  Theile  mit  den  eingesessenen  Slaven  verschmolzen. ­
  Im  Jahre  1880  zählte  man  unter  einer  Gesammtbevölkerung
  von  5,937,984  Seelen  324,336  Deutsche,  also
5,5  Prozent.  Diese  Zahl  ist  aber  offenbar  eine  zu  hohe  wegen
der  vielen  deutschsprcchenden  Juden  welche  darin  einbegriffen
            
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