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festen Zusammenhalt. Sämmtliche junge Burschen und Mäd
chen gehören von der Konfirmation bis zur Ehe gewissen Ver
bänden an, der B r u d e r s ch a f t und Schwesterschaft.
Mit der Heirath treten sie in eine der vier Nachbarschaf
ten ein, in die gewöhnlich jedes Dorf getheilt ist.
Wenn Jung trotz alledem einen Rückgang des Sachsen-
volkes gegenüber den Magyaren und Rumänen feststellt, so
kann dieser nur in der geringeren natürlichen Vermehrung der
Sachsen seinen Grund haben. Die ursprünglich deutschen
Städte Klausenburg, Thoreuburg, Straßburg, Dees und andere
haben nach Jung vollständig ein magyarisches Gepräge ange
nommen; in Hermannstadt haben während des Zeitraums von
1870 bis 1880 die Deutschen nur um 136, die Rumänen aber
um 285, die Magyaren um 237, die Juden um 142 Köpfe zu-
genommen. Fast noch schlimmer steht es nach demselben Ge-
währsmann in anderen Städten; in Mühlbach sind die Deut
schen von den Rumänen bereits aus der Stadtverwaltung her
ausgedrängt worden. Weit tröstlicher und hoffnungsvoller für
die Zukunft des edlen Sachsenvolkes klingt die Ansicht Rudolf
B e r g n e r s. eines ausgezeichneten Landeskenners. Er sagt :
„Eine Verringerung der sächsischen Elemente hat nur hinsicht
lich der Bezirke als Ganzes stattgefunden, indem dank der
schlauen Politik der Magyaren die Zertrümmerung des Königs
bodens und die Zuweisung der einzelnen Stücke desselben an
neugebildete Komitate erfolgte. Besaß früher das Deutschthum
in jedem der Sachsenstllhle und im Bistritzer und Kronstädter
Distrikt die absolute Ueberlegenheit, so befindet es sich jetzt in
sämmtlichen Komitaten in der Minorität".
8. D i e G r ü n d n e r. So nennt man die in den ober-
ungarischen Bergstädten angesessenen Mitteldeutschen. Ihr Ge-