Full text: Die Deutschen im Auslande

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immer ein gewisses Uebergewicht, welches ihnen theils die g-- 
schichtliche Entwickelung des österreichischen Staatswesens ver 
liehen hat, das sie zum andern Theile ihrer überlegenen Kultur, 
sowie der unvergleichlich höheren Bedeutung ihrer Sprache ver 
danken. „Das Deutsche ist", mit Andree zu sprechen, „d e 
Sprache des Kaiserhauses, der Zentralregierung für die im 
Reichsrathe vertretenen Länder, des stehenden Heeres, der Kriegs 
marine, die vorzüglichste Vermittlerin des Verkehrs und Han 
dels, die von den Gebildeten fast aller Nationalitäten verstandenen 
Sprache." Man darf ferner nicht außer Acht lassen, daß die 
gegenwärtig im Vergleich mit früheren Zeiten gedrückt erschei 
nende Lage des Deutschthums zum größten Theile durch e .e 
unbegreifliche Regierungspolitik künstlich hervorgerufen wurde. 
Diese Regierungspolitik erscheint um so unbegreiflicher, als sie — 
auch von gewichtigen Gründen der äußeren Politik ganz abg«- 
sehen — nothwendiger Weise, wie auch das blödeste Auge ein 
sehen muß, zum Zerfall des Reiches führt, denn welche der 
vielen Landessprachen wäre geeignet die deutsche Sprache zu 
ersetzen und als Bindemittel zu dienen zwischen allen den ver- 
schiedenen Nationen und Natiönchen des Kaiserstaats'? Wie ist 
ferner ein einheitliches und schlagfertiges Heer denkbar, wenn 
die Vorgesetzten nicht im Stande sind, sich unter einander und 
mit ihren Untergebenen geläufig und schnell zu verständigen? 
Es wäre wahrlich an der höchsten Zeit für die österreichische 
Regierung, den betretenen abschüssigen Pfad zu verlassen. 
In ganz anderer Weise, als die Deutschen im eigentlichen 
Oesterreich, besitzen die llngarn in den Ländern der Stefans 
krone das Uebergewicht. Erfreulicher Weise verfolgen sie eine 
durchaus nationale Politik und führen mit zielbewußter Energie 
die Herrschaft. Dringend zu wünschen, ja zu verlangen wäre
	        
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