Full text: Die Deutschen im Auslande

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Südslaven und Walachen stand, frische deutsche Lieder ertönen 
an Stelle der theils krankhaft schwermüthigen theils unnatürlich 
leidenschaftlichen Weisen des Slaven und Zigeuners. Immer 
weiter nach Osten würde das deutsche Volksthum vorrücken und 
endlich die weiten, von der Natur so sehr begünstigten, jedoch 
dank der Schlaffheit und Verkommenheit ihrer unwürdigen Be 
wohner fast gänzlich verödeten Länder des Orients in blühende 
Gefilde verwandeln. Ohne an den traurigen Erscheinungen der 
Uebervölkerung zu leiden, würde die deutsche Nation sich leicht 
bis auf 200 Millionen Seelen vermehren und in weit bedeu 
tenderem Umfange, als die Römer es je vermochten, der Welt 
den Frieden aufzuerlegen im Stande sein. 
Welcher Gegensatz aber zwischen diesen rosigen Zuknnfts- 
träumen und der rauhen Gegenwartl In Oesterreich geht vom 
alten deutschen Sprachboden ein Stück nach dem andern an 
Tschechen und Slowenen verloren, die Deutschen Ungarns, ins 
besondere die edlen Sachsen, stehen in Gefahr, den zudringlichen 
MagyarisirungSvcrsuchen zum Opser zu fallen, selbst der Slowak 
ist in stetem Fortschreiten begriffen auf Kosten des Magyaren 
sowohl wie des Deutschen, der Ruffe endlich steht drohend vor 
den Thoren Koustantinopels. Zweierlei aber laßt uns nicht 
verzagen in dieser trüben Zeit: das herzliche Einvernehmen 
zwischen dem Teutschen Reiche und der Habsburgischen Mo- 
narchie, sowie das herrliche Erwachen des Nationalbewußtseins 
unter den Deutschen Oesterreichs. Ein kräftiges Nationalbe 
wußtsein führt zur Einigkeit, und Einigkeit ist dasjenige, was 
allein den Teutschen noth thut, um alle Gefahren, mögen sie 
ollch noch so drohend erscheinen, siegreich zu bestehen. Möchte 
daher in Oesterreich sowohl wie im Reiche der Mahnruf recht 
beherzigt werden, welchen eine gottbegnadete Dichterin, eine
	        
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