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reiche Kaufleute und wohlhabende Gewerbetreibende zu den ihri
gen; die bei Weitem überwiegende Mehrzahl unserer dortigen
Landsleute gehört jedoch leider der ärmeren Klaffe der Bevöl
kerung an. Der Berufsart nach sind die Deutschen Londons
vorwiegend Kellner und Hotelbedienstete, Bäcker, Handlungsbe
flissene. Musiker, Sprachlehrer, Uhrmacher, Friseure, Kürschner,
Schneider, sonstige Arbeiter und schließlich — leider nicht in
allzu geringer Anzahl — unverbefferliche Bummler. Groß ist
die Anzahl der deutschen Restaurants, welche jedoch durchaus
nicht allein von Deutschen besucht werden; die deutschen Re
staurants zeichnen sich im Allgemeinen durch größeren Comfort,
sowie durch die Mannigfaltigkeit und Vorzüglichkeit der verab
reichten Speisen und Getränke vor den englischen aas. Deutsche
Kellner sind keineswegs allein in den deutschen Restaurants zu
finden; nicht minder trifft man sie in fast allen größeren und
defieren englischen Hotels und Restaurants an. Wegen ihrer
Gewandtheit, Sauberkeit und Anstelligkeit werden sie überall
ihren englischen Kellegen vorgezogen. Das deutsche Lagerbier
erfreut sich trotz seiner meistens schlechten Qualität auch bei dem
englischen Publikum einer steigenden Beliebtheit; sogar in vie-
len echt englischen „publie bouses" gelangt es bereits zum Aus-
schaut. Die große Tottenham Lagerbier-Brauerei wird von
Deutschen geleitet und verwendet ausschließlich deutsche Arbeiter.
Nächst dem Gewerbe der Kellner ist wohl dasjenige der Bäcker
am zahlreichsten vertreten unter den Deutschen Londons. Un
gefähr die Hälfte sämmtlicher in London vorhandener Bäcker-
Meister sind Deutsche, und diese beschäftigen wiederum fast aus-
nahmslos deutsche Gesellen. Was die deutschen Kaufleute in
London anbetrifft, so beschäftigen nach der „Times Prozent
der bedeutenderen Firmen der City als Korrespondenten Aus-