Sehr zahlreich sind die deutschen Klubs und Vereine.
Ter vornehmste deutsche Klub ist der „Teutsche Verein sür Kunst
und Wissenschaft" in Mortimer Street, auch „German Athe
naeum“ genannt. Zu den besten deutschen Vereinen zählt un»
streitig der „Deutsche Turnverein", von dessen 1000 Mitgliedern
jedoch nur ungefähr 300 Deutsche sind. Von der Vaterlands-
liebe dieser deutschen Mitglieder des Turnvereins zeugt die That
sache, daß aus seiner Mitte eine Abtheilung London der frühe-
ren „Gesellschaft für deutsche Kolonisation" gegründet wurde,
welche als Abtheilung der nunmehrigen „Deutschen Kolonial
gesellschaft" noch jetzt besteht. Die meisten der von den weni
ger gebildeten Elementen besuchten deutschen Klubs — und diese
machen leider die ungeheure Mehrzahl aus — gereichen dem
deutschen Namen wenig zur Ehre. Statt Stätten zu sein, in
denen das deutsche Nationalbewußtsein eine Stütze und Pflege
findet, tragen sie fast ausnahmslos das Gepräge eines schwäch-
lichen, verächtlichen Kosmopolitismus. Dafür zeugt schon die
auf den ersten Blick eigenartig erscheinende Thatsache, daß vie-
len dieser Klubs auch Franzosen angehören und, was das aller-
traurigste ist. trotz ihrer Minderzahl oft eine tonangebende Rolle
in denselben spielen. Wahrlich, man möchte geneigt sein, an-
zunehmen, daß in den Adern der entarteten Deutschen, die fich
derartiges gefallen lafien — auch ihr Acußeres scheint übrigens
darauf hinzudeuten - kein Tropfen edlen germanischen Blutes
fließt, daß sie vielmehr eines Stammes sind mit jenen ihnen so
sympathischen sansculottes. Hasardspiele und wüste Vergnü-
gungen sind in zahlreichen der niedrigen deutschen Klubs an
der Tagesordnung. Will man diese beklagenswerthen Erschei-
nungen richtig beurtheilen, so darf man nicht außer Acht lassen,
daß ein leider nicht kleiner Theil der Teutschen Londons aus