Full text : Die Deutschen im Auslande

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weit  es  den  Arbeiterstand  betrifft  ausschließlich  -  hat  es  seinen
Grund  im  Brodneid  gegen  die  in  London  eingewanderten
Deutschen.  Dazu  kommt  das  deutsche  Verbrecherthnm  und  die
wohlbekannte  Thatsache,  daß  viele  Führer  der  aufrührerischen
englischen  Sozialistenpartei  deutscher  Herkunft  sind  oder  wenig-Itens
  aus  Deutschland  herstammen.  Ilm  den  Deutschen  Londons
vollkommen  gerecht  zu  werden,  dürfen  wir  jedoch  nicht  verschweigen,
  daß  der  englische  Pöbel  sämmtliche  Ausländer,  die
nicht  Franzosen  und  Italiener  sind,  mit  dem  Sammelnamen
„Germans“  zu  bezeichnen  pflegt.  Insbesondere  findet  diese  Be-Zeichnung
  auch  Anwendung  aus  die  vielen,  in  den  letzten  Fahren
zugewanderten  russischen  und  polnischen  Juden;  so  wird  die
meistens  berechtigte  Abneigung  gegen  jenes  Gesindel  unberechtigter ­
  Weise  auf  unsere  Landsleute  übertragen.  Das  kam  so
recht  gelegentlich  des  bekannten  Prozesses  Lipski  zum  Vorschein.
Diese  allerdings  durchaus  unentschuldbare,  eine  gehörige  Portion
Dummheit  verrathende  Verwechselung  erklärt  sich  offenbar  daraus,
  daß  die  russisch-polnischen  Juden  ein  mit  zahlreichen  deutschen
  Brocken  gemischtes  Kauderwelsch  reden  und  häufig  aus
deutschen  Worten  zusammengesetzte  Namen  führen,  wie  ja  Jedermann
  bekannt  ist.  Eine  gewisse  Geringschätzung  bei  Fremden
muß  offenbar  auch  der  auffallende  Mangel  an  Geistes-  und
Herzensbildung  hervorrufen,  den  viele  Deutsche  Londons,  namentlich
  deutsche  Emporkömmlinge,  dadurch  an  den  Tag  legen,
daß  sie,  wie  unser  Reichskanzler  sich  so  treffend  ausdrückte,
ihre  Nationalität  wechseln  wie  einen  alten  Nock,  daß  sie  in
ebenso  dummer  wie  verächtlicher  Weise  ihr  Vaterland  verleugnen
und  nun,  wie  es  bei  Renegaten  üblich  ist,  weidlich  auf  die  heimischen
  Zustände  schimpfen,  vielleicht  um  dadurch  sich  das  Geşiihl
  der  eigenen  Erbärmlichkeit  auszureden.  Dr.  Karl  Peters
            
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