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demjenigen Geschäftszweige, welcher dieser Stadt die Bedeutung
eines Weltmarktes verliehen hat, an dem Handel mit Rindfleische
Schweinefleisch, Speck und Schmalz.
In den weiter westlich gelegenen, noch schwach bevölkerten
Gebieten von Dakota, Colorado, Oregon und Was.
h i n g t o n ist das deutsche Element zur Zeit freilich uicht an-
nähernd in gleichem Maße vertreten wie in dem eben bespro
chenen Staatenkomplex, jedoch ist das Wachsthum desselben nir-
gends größer als gerade hier. In Dakota z. B. hat in dem
Zeitraum von 1870 bis 1880 die Anzahl der im Deutschen
Reiche geborenen Bewohner sich beinahe verzehnfacht.
Eine schon jetzt sehr ansehnliche Zahl Deutscher beherbergt
der Staat Kalifornien, insbesondere bie Weltstavt San
Francisco. Deutsche Kolonisten waren unter den ersten,
welche von Osten her Kalifornien bevölkerten; ihnen nicht zum
wenigsten verdankt dieser Staat sein beispiellos schnelles Auf-
blühen. Wenige Jahre nach der Vereinigung Kaliforniens mit
der Union gründeten Rheinländer in der paradiesischen Los
Angeles County die durch ihren Obst- und Weinbau be.
rühmte, jetzt noch blühende Kolonie Anaheim, welche ein
Vorbild wurde für verschiedene ähnliche Niederlassungen. In
San Franzisco waren nach dem Zensus von 1880 ungefähr
20,000 im Deutschen Reiche geborene Bewohner; die Zahl der
sämmtlichen Deutschen daselbst darf wohl auf 30,000 veranschlagt
werden. Sie sind meist Handwerker und Detailhändler, doch
sind auch deutsche Firmen vorhanden, welche sich in hervor
ragender Weise an dem Welthandel San Franciscos betheiligen.
In schwächerem Maße als nach Westen und Nordwesten
von New-Iork und Pennsylvanien ergoß sich der Strom deut-
scher Einwanderung nach den südlich von diesen Ursitzen amen-