Full text: Die Deutschen im Auslande

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(Seite 341) folgendermaßen: „Das deutsche Element greift in 
Amerika in einer Weise um sich, die ihm große Zukunft ver- 
heißt. Es wächst nicht blos durch die Einwanderung, sondern 
auch durch die Fortpflanzung in demselben Maße wie das ame- 
rikanische abnimmt bei seinen vielen kinderarmen und kinder- 
losen Ehen. Auch lernen die Deutschen täglich mehr einsehen, 
daß Einheit stark macht; das Streben danach äußert sich über- 
all und jeder Schritt, der sie dem Ziele näher führt, wird auch 
ihren politischen Einfluß mehren". Wie manche, vielleicht nicht 
wenige. Amerikaner englischer Zunge über die deutsche Frage 
in den Vereinigten Staaten denken, zeigt ein Artikel des be- 
kannten Me. Glynn in der „North American Review", in wel- 
chem die Besorgniß ausgesprochen wird, daß Amerika betetnft 
gänzlich germanisirt werde. Namentlich scheint dem Verfasser 
diese „Gefahr" groß zu sein im Nordwesten, wo auch die Ger- 
manisirung der dortigen Katholiken in ausgedehntem Maße 
„beharrlich und offen" betrieben werde. 
Canada. Ueber die numerischen Verhältnisse der deutschen 
Bevölkerung in Canada, besonders was die westlichen Provin 
zen dieser ausgedehnten englischen Herrschaft anbetrifft, liest 
man häusig lügenhafte Berichte, welche den unsauberen Zweck 
verfolgen. Deutsche in gewinnsüchtiger Absicht zur Auswande- 
rung dahin, insbesondere in die Provinzen Manitoba und Assi- 
niboia, ja sogar in den durchaus unwirthlichen Nordwesten zu 
verleiten. 
Nach dem „Census of Canada 1880—81" (3 Bde. Ottawa. 
Maclean Roger & Co.) wohnen in ganz Canada 254.319 Per- 
fönen deutscher Herkunft, das heißt solche Personen, welche in 
Deutschland und Holland geboren sind. Die Zahl sämmtlicher 
deutschsprcchender Bewohner Canadas ist natürlich höher anzu-
	        
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