Full text : Schutz dem Arbeiter!

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^uch  von  solchen  Zeugnissen  für  den  Sonntag  zusammenzustellen;  allein
şchon  die  gelegentlichen  Zeugnisse  der  Aerzte  würden  dafür  ausreichen.
Die  zahlreichen  Aufsätze  und  Mo  no  grap  hie  e  n  über  Sonntagsruhe
würden  eine  ganze  Bibliothek  ausmachen.  Gläubige  und  ungläubige
Äutoren  wetteifern  im  Lobe  des  Sonntags.

Als  die  Genfer  Société  pour  la  sanctification  du  Dimanche  1876
kuren  Preis  für  die  beste  Schrift  über  die  Sonntagsruhe  vom  hygienischen
Standpunkte  aussetzte,  liefen  nicht  weniger  als  53  Concurrenzschriften
Ilkrschiedener  Länder  und  Sprachen  ein.
Die  Sonntagsruhe  ist  in  der  That  „schon  ans  hygienischen
gründen  ein  für  Jedermann  absolut  Erforderliches"  (Hirt,  „Arbeiterîchutz",
  1879,  S.  80),  eine  „Einrichtung,  die  auf  dem  erfahrungsmäßig
erkannten  und  erfahrungsmäßig  bestätigten  Bedürfniß  der  menschlichen
Natur"  beruht,  „nach  sechs  Tagen  gleichmäßiger  Berufsthätigkeit  einen
Dag  zu  haben,  der  Gesundheit  und,  wenn  der  Ausdruck  gestattet  wird
dem  Genius  gewidmet"  (Dr.  Schauenburg).
Dr.  Niemeyer,  Sauitätsrath  in  Berlin,  welcher  den  ersten  Preis
bei  der  erwähnten  Concurrenz  der  Genfer  Gesellschaft  erhielt,  vergleicht
beit  menschlichen  Körper  mit  einer  „Fabrik",  d.  h.  „einem  Inbegriff  von
Mehrern  organisch  zusammenarbeitenden  Apparaten  oder  Maschinen,  welche
ln  den  Gehäusen  der  Körperhöhlen  eingeschlossen  und  deren  ordnungsmäßiges, ­
  regelrechtes  Functioniren  als  Gesammtergebniß  des  leiblichen
Und  geistige  Wohlbefinden  schafft."

„Von  allen  gesundheitswidrigen  L  e  b  e  n  s  ge  w  o  h  nh  e  ite  n  nun/  so  stthrt
Ör.  Ni  e  met)  er  aus,  „verschuldet  es  an  erster  Stelle  die  unüberlegte  Abnutzung
^  cr  Kräfte,  die  Ueberarbeitung,  daß  unsere  Körpermaschine  durchschnittlich  (bloß)  85  (statt  80)
^lihre  lang  Stand  hält.  Als  gröbere  Zufalle,  durch  welche  sich  die  durch  Ueberarbeitung  bewirkte
Gesundheitsstörung  bekundet,  bitte  ich  folgende  zu  merken:  Herzklopfen,  Herzfehler,  Beklemlllung,

  Nasen-  oder  Lungenblutung,  Krampfadern,  Seitenstechen,  Lungenschwindsucht  —  Zuckle, ­
  welche  aber  meistens  schon  den  »Anfang  des  Endes«  bezeichnen,  indem  sie  sich  aus
Alvein  Stadium  entwickeln,  das  sich  weniger  durch  fühlbare  örtliche  Beschwerden  als  durch
elendes,  farbloses,  welkes,  trockenes  Aussehen  bekundet.  Der  Ueberarbcitete  selbst  kämpft
^bei  mit  dem  Gefühle  allgemeinen  Mißbehagens,  des  »Kaputseins«  oder  »Nichtmehrkönnens«, ­
  ein  Zustand,  auf  den  die  sachliche  Diagnose  Ab  g  e  s  pan  nth  ei  t  oder  Abgefchlagenheit
  (französisch:  courbature)  Airwendung  findet  und  der  dem  umsichtigen
^rzte  als  dringendes  Zeichen  für  die  Verordnung  gilt,  den  also  Klagenden  von
ì>er  Arbeit  zurückzuhalten,  ihm  im  Gewerksverkehr  einen  »Krankenschein«
Auszustellen.  Frühere  Aerzte  haben  bei  Erläuterung  dieser  Zustände  ganz  treffend  den
Schwerpunkt  in  die  Eigenschaft  der  Elasticität  gelegt,  deren  Besitz  sie  als  Vorzug  des
Mischen  Körperzustandes  priesen,  welche  aber  durch  Ueberarbeitung  verloren  gehe.
„Eben  diese  Elasticität  ist  es  auch,"  so  fährt  Dr.  Niemeyer  fort,  „die  bei  Ueber-M'beitung
  die  schwache  Seite,  bei  Schonung  der  Kräfte  aber  die  Stärke  des  lebenden  thie-^ìfchen
  Körpers  ausmacht,  wie  dies  folgende  zwei  Beispiele  praktisch  darthnn.
„Als  vor  Jahren,  noch  vor  der  Zeit  der  Eisenbahnen,  große  Frachtfuhrwerke  Hungerte ­
  von  Meilen  Waaren  aus  dem  Osten  nach  dem  Westen  transportirten,  wo  sie  dann
            
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