232
Is. Buch. Der Güteraustausch.
Ländern, mit denen das betreffende Land in wirtschaftlichem Verkehr steht,
ähnliche Verhältnisse wie in dem Staate bestehen, in welchem die Vorbedingunge**
für das Walten dieses Gesetzes gegeben sind. Wenn in diesen Gebieten bo*
Ģold gleichfalls ausströmt, so sind sie keilte geeigneten Aufnahmestätten fi* 1
dasselbe. Gesetzliche Maßregeln gegen die Goldausfuhr sind auf die Dauer
ziemlich wirkungslos, da dieses Metall zu leicht heimlich transportirt werden
kann. Winkt also ein bedeutender Gewinn, der das Risico vergessen machi,
so wird das Gold trotz aller Verbote außer Landes gehen.
Aus allen diesen soeben angeführten Thatsachen erkennt man deutlich,
daß die Ursachen, welche in den verschiedenen Gegenden den Tauschwerth
Geldes bestimmen, sehr mannigfaltiger Natur sind, und daß man sich w*'
gewissen Irrthümern hüten muß. Wir heben unter diesen nur die drei folgenden
heraus.
1. Es ist ganz irrig, zu behaupten, daß die Bewohner eines Landes desto
besser daran sind, je mehr Geld sich in demselben befindet. Es sollte in*
Gegentheil nur soviel Geld vorhanden sein, als für die zu leistenden Zahlungen
und einen gehörigen Reservevorrath gerade erforderlich ist.
2. Ferner ist die Theorie zu verwerfen, daß das Geld keinen innern
Werth habe. Wie könnte es als Werthmeffer dienen, wenn es selbst werth
los wäre?
3. Endlich muß auch die Behauptung zurückgewiesen werden, als M
das Geld ein vertauschbares materielles Gut ganz in der gleichen Weise *****
ein beliebiges anderes; dasselbe ist vielmehr, wie wir gesehen haben, ein gnnâ
eigenartiges Gut, wenn es auch seiner Natur nach zu den vertauschbart**
materiellen Gütern gehört.
Wir haben nunmehr noch einen das Geld betreffenden Punkt zu er
örtern , nämlich die Frage, welchen Einfluß ein schleuniges beträchtlich^'
Steigen und Sinken des Tauschwerthes des Geldes, mit andern Worte**'
eine allgemeine bedeutende Steigerung bezw. Herabminderung der Preise (**'*'
übt. Das allgemeine Niveau der Preise überhaupt, der Umstand, ob *******
z. B. mit einem Zwanzigmarkstück sich viel oder wenig verschaffen kann, 1,1
an und für sich von geringer Bedeutung: wenn man für alles mehr zu zahl**'*
hat, erhält man auch in ganz demselben Verhältnisse für alle Gegenständ'
welche man selbst zum Verkaufe bringt, größere Preise. Etwas anderes ist e
aber mit einem Wechsel im Preisniveau. Ein solcher kann von ernstliķ
Nachtheilen begleitet sein, weil er unvermeidlich mit großen Vermögensüb^
gängen und bedeutenden Verschiebungen des Wohlstandes verbunden ist,
gewissen Schichten der Bevölkerung eines Landes auf Kosten anderer zu 0**/
kommen, ohne daß die Verlustträger ein Verschulden träfe oder diejenigen, ***
Curaus Vortheil ziehen, sich eines Verdienstes rühmen könnten. So muß t '