Full text : Urtheile der deutschen Handelskammern über Zollpolitik und Handelsverträge

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es  Baden  nicht  gestattet  gewesen  zu  sein,  wie  andere  Staaten.  z.  B.  Bayern
Preutzen.  Königreich  Sachsen,  nicht  blos;  Vertreter  der  Finanzministerien  bezw.  der
„„tm,  awd,  »crWer  Der  cmid,lg#n
Minlstenen  bezw.  die  einschlägigen  Gewerbereferenten  zu  den  Verhandlungen
"Wenden.  Selbstredend  pflegen  die  letzteren  ungleich  besser  über  die  bei  Handelsverträgen ­
  in  Betracht  koininenden  Interessen  unterrichtet  zu  sein,  alo  die  Oraanc
s"  3rll.  >md  ©enerfirertinbrlirrten,  à  einer  Veröffentlichn»,,  nnferer  rer.
idrrebenen  ¿en  Wnffen  m  dreier  «ngeiegenheit  sehen  wir  ane  .àlieqenden
Gründen  natürlich  ab
.Leider  haben  die  am  Schlüsse  deo  Jahres  dem  Reichotage  noch  vorgelegten
iiiu  von  timt  berathenen  Zolle  und  Handelsverträge  mit  Oesterreich-Ungarn,  Italien
~  c . 1?,tcn  ""d  der  Schweiz  vielfach  den  Interessen  der  viel  verzweigten  Industrie
»ulereo  Kammerbezirko  nicht  entsprochen.  Wir  haben  deshalb  noch  dritten
uns  an  den  Reichstag  mit  der  Bitte  gewendet,  alobald  an  eine  Revision
des  amtlichen  Zolltarifs  und  des  amtlichen  Waarenverzcichnisses  zu  denken  und  die
Nothwendigkeit  an  mehreren  charakteristischen  Beschwerden  dargetban,  weitere
Wunsche  auf  Grund  der  sofort  eingeleiteten  Erhebungen  in  unserem  Handelskammerbcztrk
  vorbehaltend."
Eingabe  an  den  Reichstag  vom  17.  December  1891.)  „Durch  die  seitens
der  hohen  verbündeten  deutschen  Regierungen  vorbereiteten  Handels-  und  Zvllvì-rtrage
  zwischen  dem  Deutschen  Reich  einerseits  und  Oesterreich-Ungarn.  Italien.
Unb  fcer  Şchwciz  andererseits  wird  bezweckt,  für  eine  Bevölkerung  von
.  Millionen  Menschen  auf  12  Jahre  lang  eine  gewisse  Stabilität  der  beute
bestehenden  wirthschaftlichen  Verhältnisse  zu  sichern.  Es  ist  begreiflich,  daß  bei
cuici"  ti.  unisasscnden  und  auf  so  zahlreiche  Interessen  sich  erstreckenden  Gesetz
^ ai  '"ánche  einzelnen  Industriezweige  mehr  oder  weniger  erheblich
geschädigt  werden  und  das;  daher  das  Bestreben  sich  geltend  .nackt,  Wege  zu
luchen,  wie  de»,  abgeholfen  werden  kann.  Wir  sind  natürlich  in  diesem  Augenblicke ­
  keineswegs  in  der  Lage,  über  die  Wirkungen  der  vier  Zoll-  und  Handelsverträge ­
  auf  une  so  weit  verzweigte  Industrie,  wie  gerade  in  unserem  Handelsanimer
  ezir,  auch  nur  annähernd  geschweige  erschöpfend  unterrichtet  zu  sein.
Immerhin  möchten  wir.  weitere  eingehendere  Mittheilungen  uns  auf  später  vorhaltend, ­
  einige  sehr  bedeutungsvolle  Beschwerden  aus  unserem  Hantclstanimervezirke
  schon  beute  anzuführen  nicht  unterlassen.  Für  die  Tapetenindustrie  sind
ru'  Belgien  gegenüber  in  Pos.  27  f  3  für  Papiertapeten  nicht  vergoldet,  ver-Nlbert,
  broncirt.  gepresst  oder  sammtartig  die  Zölle  von  Mt  24.-  auf  Mt.  13.—
per  lili)  ktŗ  bet  untergesetzt,  obwohl,  wie  wir  voil  einer  der  größten  und  älteste»
deutschen  Tapetenfabriken,  die  in  unserem  HandelSkanimerbezirk  liegt,  hören,  Belgien
keine  hervorragenden  Tapetenfabriken,  sondern  nur  solche  dritten  Rangs,  und  nur
nne  einzige  zweiten  Rangs  besitzt.  —  Das  ist  begreiflich,  weil  eine  exportfähige
Tapetenindustie  nach  der  Meinung  unseres  Gewährmannes  nur  in  großen  Ländern
mit  starker  Eonsunifähigkcit  sick  entwickeln  und  bestehen  kann,  wie  in  Frankreich
England  und  Deutschland.  In  de,  Tbat  bewegt  sich  die  Ausfuhr  von  Tapeten
von  Belgien  nach  Deutschland,  inhaltlich  der  Statistik  des  Deutschen  Reichs  in  den
fahren  1882  bis  1890  stets  unter  100  Doppeltentner»,  ja  im  Iabre  1890  betrug
iie  sogar  nur  40  Doppelcentner.  Dagegen  vermochte  Frankreich  trotz  der  hoben
Zölle  seine  Tapeteneinfuhr  nach  Deutschland  von  1880  bis  heute  von  649  aus
241!'  Doppelcentner  zu  steigern,  einfach  deshalb,  weil  bei  dieser  Industrie  noch
            
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