Full text : Das Unternehmen und der Unternehmergewinn vom historischen, theoretischen und praktischen Standpunkte

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allem  darin,  dass  er  nur  einen  »Gewinn«  annimmt,  und  dieser
Gewinn  stets  aus  dem  Kapital  entstehe,  dass  nämlich  das  Kapital,
sobald  es  sich  in  'den  Händen  Einzelner  angesammelt  hat,  von  Einigen
derselben  dazu  verwendet  werde,  Arbeiter,  die  sie  mit  Material  und
Unterhalt  versehen,  arbeiten  zu  lassen,  um  durch  den  Verkauf  der
Produkte  dieser  Arbeiter  oder  durch  das,  was  deren  Arbeit  dem
Werte  des  Materials  hinzufügt,  einen  Gewinn  zu  machen.  Dem  entsprechend ­
  leitet  er  schon  sein  Werk  mit  folgenden  Worten  ein  :  »Von
den  Ursachen,  durch  welche  die  hervorbringenden  Kräfte  der  Arbeit
vermehrt  werden,  und  von  den  Regeln,  nach  welchen  sich  die
Erzeugnisse  derselben  unter  die  verschiedenen  Klassen  der  Gesellschaft ­
  natürlicherweise  verteilen«  und  bei  ihm  ist,  wie  wir  das
schon  oben  als  Merkmal  seiner  Schule  angegeben,  Kapitalzins  und
Unternehmergewinn  vollständig  verschmolzen,  so  zwar,  dass  er  den
exakten  Satz  aussprechen  konnte:  »die  Zunahme  von  Kapitalien
erhöht  den  Arbeitslohn,  aber  den  Gewinst  von  diesen  Kapitalien
macht  sie  geringer«.  Wie  deutlich  ist  es  hier,  dass  Zins  und  Unternehmergewinn ­
  mit  gänzlicher  Verkennung  beider  vermischt  sind;
denn  die  Zunahme  von  Kapitalien,  wird  wohl,  wenn  nicht  neue  Unternehmungen ­
  in  gleichem  Verhältnis  entstehen,  den  Kapitalzins  verringern, ­
  aber  den  Unternehmergewinn  des  Einzelnen  gewiss  nicht.
Smith  gebraucht  dort,  wo  wir  »Unternehmen«  sagen  würden,  das
Wort  »Kapital«  :  »Die  Handelsleute  klagen,  wenn  der  Gewinn
geringer  wird,  dass  der  Handel  abnehme,  und  gerade  das  ist  ein
Zeichen  seines  Steigens,  weil  mehr  Kapital  angewendet  worden  ist«  ;
würden  wir  hier  nicht  gerne  sagen  »weil  mehr  Unternehmungen  entstanden ­
  sind«  ?  Was  freilich  nach  der  Anschauungsweise  Smiths  vollständig ­
  gleichbedeutend  ist.
An  Smith  reiht  sich  zunächst  Malthus  ')  an.  Er  teilt  (S.  233)
den  Ertrag  der  Produkte  in  Lohn,  Rente  und  Kapitalgewinn,  und  der
letztere  besteht  nach  ihm  seinem  ganzen  Umfange  nach,  den  Kapitalzins ­
  inbegriffen,  in  der  Differenz  zwischen  dem  Gestehungswerte  des
Produktes  und  dem  Tauschwerte  desselben  und  wechselt  daher,  je
nachdem  sich  das  Verhältnis  zwischen  diesen  beiden  Werten  ändert.
Ricardokennt  auch  nur  einen  Kapitalgewinn  im  Gegensätze
zu  dem  Einkommen  der  Grundrente  und  des  Arbeitslohnes.  Auch
M.  Culloch®)  spricht  nur  von  drei  Teilhabern  an  den  Produkten:
*)  Principes  d’économie  politique,  trad,  par  Maurice  Monjeau  (Paris  1846).
.  ’)  Principles  of  political  economy  and  taxation  (1817)  ch.  6,  21.
®)  Principles  of  political  economy  (London  1830)  S.  364.
            
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