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'/war, da sie stets durch das Verhältnis von Angebot und Nachfrage
in ihren Werten streng bestimmt werden, voll bezahlt sein, ehe
Kapitalbilduug, also der Uiiternehmergewinn, entstehen kann. Über
dies ist Grund und Boden auch Kapital, durch die Macht des
Menschen, duich Arbeit und Kapital der Natur abgerungen, und
seine Benützungsquote kann nur zum Unterschiede von'der des be
weglichen Kapitals, vom Kapitalzinse, Kapitalmiete genannt werden.
Wollte man Grund und Boden als etwas Eigentümliches betrachten,
dann müsste man folgerichtig alle anderen produktionsfähigen Güter
als ebenso viele eigenartige Güterelemente ansehen. Der Besitz von
Grund und Boden ist ebenso ein außerpersönliches Kapital, wie
der Besitz von Baulichkeiten, Maschinen, Vieh und Geld.
Arbeit und Kapital also sind die Elemente der Güterbildung,
jene Faktoren, welche der Unternehmer vereinigen muss, um neues
Kapital zu bilden, und das ist seine Aufgabe, dadurch unterscheidet
er sich vom Wirtschafter. Gleichwohl ist es gewiss nicht notwendig,
dass die Güterelemente auch Eigentum der Person des Unternehmers
sind. Es kann sowohl das Kapital einer dritten Person gehören, der
Unternehmer muss demnach keineswegs Kapitalist sein, als auch im
Unternehmen fremde Arbeit benützt werden, wie es thatsächlich
stets benützt worden ist.
Wenn wir nun die beiden Güterelemente jedes für sich be
trachten, so werden wir zuerst finden, dass sich uns ein großer
Unterschied im Wesen des Kapitals zeigt.
Jene Güter, welche gewöhnlich als Kapital bezeichnet werden,
liegen außerhalb des Menschen, sie sind ein ufittelbares oder un
mittelbares Werkzeug zur Befriedigung seiner Bedürfnisse. Sind
aber genau solche Werkzeuge nicht auch im Menschen einge
schlossen? Und wenn sie es sind, sind dieselben nicht auch Kapitalien,
ist die physische Kraft nicht ein Werkzeug um Güter zu bilden,
sind Kenntnisse nicht ein Werkzeug dazu, sind vor allem der Wille
und der Mut nicht geradezu notwendig, um der Natur oder der
Gesellschaft die Befriedigung der Bedürfnisse abzuringen ?
Es gibt also zweierlei in ihrem Wesen grundverschiedene Kapi
talien, die persönlich en, welche teilweise angeboren und von den
Eltern ererbt und teilweise, und zwar wieder durch Arbeit und
Kapital erworben sind, und dann die außerpersönlichen, welche
die außerhalb des Menschen befindliche Güterwelt darstellt.
Die Arbeit nun ist die gegen die Natur oder die Gesellschaft
gewandte Thätigkeit einer im Menschen eingeschlossenen Kraft,