63
Kapital und Arbeit stehen in organischer Wechselbeziehung.
Wenn die Nachfrage nach Benützung eines außerpersönlichen Ka
pitals oder einer Arbeitsart steigt, dann fällt das Angebot zur Be
nützung einer anderen Kapitals- oder Arbeitsart. Steigt die Nach
frage nach einer Arbeitsart, dann fallt das Angebot einer außer
persönlichen Kapitalsart zur Benützung. Nach diesen Gesetzen
bewegen sich Kapitalzins und Arbeitslohn.
Der Preis und das gemeinsame Maß desselben, das Geld, hat
den Ausdruck dieser Prozesse verwischt, und erst dann, bis die
Summe der Nachfrage nach Arbeitsarten überhaupt größer ist, als
die Summe des Angebotes von außerpersönlichen Kapitalsarten
oder umgekehrt, kommen sie zur Erscheinung: steigt dann die Nach
frage nach Arbeit, so fällt das Angebot von Geld; so steigt der
Arbeitslohn und steigt der Kapitalzins.
Das Geld ist nur das Maß des Preises in seiner Benützung
als Tauschmittel. Als Kapital, als Ware unterliegt es den Gesetzen
der Nachfrage und des Angebotes, wie alle Kapitalien.
Steigt der Preis des Geldes ; dann fallen alle dafür einzu
tauschenden Arbeitsarten und außerpersönlichen Kapitalswerte, es
fallt der Arbeitslohn und der Zins für alle außerpersönlichen Kapi
talien mit Ausnahme des Zinses für Geld. Das Verhältnis bleibt
dasselbe, nur die Preise steigen oder fallen nach dem Preise des
Geldes.
Persönliches Kapital ohne Arbeit ist schwach und geht zurück,
in Verbindung mit Arbeit ist es um so stärker, je größer es ist,
weil die persönlichen Kapitalien und die Arbeit zusammenstreben.
Das außerpersönliche Kapital, aus der wirtschaftlichen Feindin
Natur entstanden, und die Arbeit streben auseinander, bekämpfen
sich und werden erst durch das persönliche Kapital gebunden. Das
persönliche Kapital macht somit den Wert des Menschen aus').
Es verbinden sich also außerpersönliche Kapitalien nur dann
mit Arbeit, wenn persönliche Kapitalien auf sie einwirken.
Es bestehen die Prinzipe: 1. der Population, 2. des Rechtes,
3. des Staates. Sie haben ihren gestaltenden Einfluss auf die Ver
bindung von Kapital und Arbeit.
') Carey: »Der Fortschritt des Menschen steht im geraden Verhältnisse
zu dem Sinken des Wertes der Lebensbedürfnisse und dem Steigen des eigenen
Wertes.“