10. Kap. Tie verschiedenen Zweige der (Konsumtion.
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gölten, sind zum guten Theile eine Folge der Wohnungsnoth. Es muß also
şiir die Errichtung von Bade- und Waschanstalten nach Kräften Sorge ge
tragen werden; eine solche sollte mit jeder Gruppe von Häusern und mit
iedem großen industriellen Unternehmen verbunden sein. Auch auf dem Ge
biete der Möbel- und anderer verwandter Industrien ist vielfach die Pro-
buction scheinbar billiger, in Wahrheit aber schlechter und theurer Waren an
^ Ttelle altherkömmlicher Solidität getreten.
Dagegen läßt sich nicht verkennen, daß in dieser Hinsicht auch mancher
Fortschritt erzielt worden ist. Vielfach sind die billigern, mit Hilfe von
Maschinen hergestellten Möbel wirklich dauerhaft und geschmackvoll. Man
Undet heutzutage in vielen wohlhabenden Bauernhäusern gefällige und doch
dauerhafte Gegenstände, die früher dortselbst fehlten. Und im Hinblick auf
ìê in der Gegenwart so verbreitete Herstellung billiger und doch zum Theil
şchoner Bilder und Statuetten im Wege des Stahlstiches, der Lithographie,
kr Gipsplastik u. s. w. kann mit Fug und Recht behauptet werden, daß
ln unserer Zeit auch dem Minderbemittelten viele Genüffe zugänglich gemacht
Worden sind, welche veredelnd und bildend wirken. Auch die Reinlichkeit
^ şich vielfach gehoben, schon dadurch, daß die Baumwollindustrie billige
lasche liefert, und dann auch durch die bereits vielfach erfolgte Errichtung
bon Bade- und Waschanstalten, Volksbrausebädern u. s. w., wie denn auch
le allgemeine Wehrpflicht in dieser Hinsicht erziehlich wirkt. UebrigenS darf
lnan aus der gewiß hoch zu schätzenden Tugend der Reinlichkeit nicht weitgehende
Moralische Folgerungen ableiten wollen. So manches schmutzige Dorf Süd-
ltaliens steht in dieser Hinsicht höher als viele reinliche Ortschaften Rord-
kutschlands und der Alpenländer mit blitzenden Fensterscheiben und tadellos
kernen Zimmern 1 .
H. Von großer Bedeutung sind die Ausgaben für ärztliche Hilfe,
^kilmittel und andere ähnliche Zwecke, z. B. für die Pflege in Hospitälern,
ìk Beschaffung von Desinfectionsmitteln und den Gebrauch von Heilquellen,
î ìk Reichen und Gebildeten wissen schon selbst für ihr Wohl Sorge zu
bogen und auch in dieser Hinsicht meistentheils das Richtige für ihre Per-
^Uen ausfindig zu machen. Dagegen müssen die niedern Volksklaffen vor
sck^ ^ŗkiben der Quacksalber, Kurpfuscher und anderer dergleichen Leute ge-
^ werden. Auch empfiehlt es sich unter gewissen Umständen, nämlich in
Wenigen Fällen, in welchen die charitative Thätigkeit der Einzelnen sich
ìcht ausreichend erweist, die Communalverbände sowie auch die Arbeitgeber
bb Fürsorge für ärztlichen Beistand anzuhalten.
bis 48V die Reinlichkeit die Ausführungen Roschers a. a. O. 488