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Zweites Buch. Die Gegner.
Kräfte zu zerstören, sondern sie ins Gleichgewicht zu
bringen 1 ). Es handelt sich nicht darum, die „wirklichen wirt
schaftlichen Kräfte“, nämlich „die Arbeitsteilung, die Kollektivkraft,
die Konkurrenz, den Kredit, das Eigentum selbst und die Freiheit
zu unterdrücken“ * 2 ), sondern im Gegenteil, sie alle aufrecht zu er
halten, aber sie daran zu hindern, Schaden anzurichten. Die Sozia
listen denken aber nur daran, sie zu zerstören.
An Stelle der Konkurrenz wollen die Sozialisten die Genossen
schaft und die Organisation der Arbeit setzen; an Stelle des Privat
eigentums die Gütergemeinschaft 3 ), oder den Kollektivismus; — an
Stelle des freien Spiels der persönlichen Interessen die Leidenschaften,
wie Fodeiee, die Liebe und die Hingebung wie die Saint-Simonisten,
oder die Verbrüderung wie Gäbet. Nichts davon genügt Peoudhon.
Die Genossenschaft und die Organisation der Arbeit weist
Peoudhon als der Freiheit des Arbeiters zuwider zurück 4 ). Ihre
x ) „Ich glaube, der erste zu sein, der mit vollem Verständnis die Tatsache zu
behaupten gewagt hat . . ., daß man, anstatt die wirtschaftlichen Kräfte, deren Über
treibung uns umbringt, einzuschränken, sie miteinander ins Gleichgewicht bringen
muß, auf Grund des wenig bekannten und noch weniger verstandenen Grundsatzes,
daß Gegensätze nicht sich zerstören, sondern sich gegenseitig stützen müssen, und
sich gerade deshalb stützen, weil sie Gegensätze sind“ (Justice, usw., Bd. I,
S. 265—266; die gleiche Idee auf S. 302—303). An anderer Stelle; Das, was die
Gesellschaft sucht, ist das Gleichgewicht ihrer natürlichen Kräfte“
(Revolution demontree par le Coup d’Btat, S. 43).
2 ) „Die Arbeitsteilung, die Kollektivkraft, die Konkurrenz, der
Tausch, der Kredit, sogar das Eigentum und die Freiheit, ... das sind die
wirklichen wirtschaftlichen Kräfte, immaterielle Prinzipien allen Reichtums, die, ohne
den Menschen an den Menschen zu fesseln, dem Produzenten die weiteste Freiheit
lassen, die Arbeit erleichtern und für sie begeistern, ihren Ertrag verdoppeln, zwischen
den Menschen eine Solidarität schaffen, die nichts persönliches hat, und sie durch
stärkere Bande' verbinden, als es alle Sympathieprojekte und alle Kontrakte ver
mögen“ (Idee generale de la Revolution au XIX e siöcle, S. 95). In der
Capacite des classes ouvieres, Kap. XIII, führt Peoudhon die „wirtschaft
lichen Kräfte“ etwas verschieden auf. Br zählt zu ihnen noch die Assoziation und
die Mutualität und kommt zu dem Schlüsse, indem er die Zugkraft des Wortes
Assoziation auf die Arbeiter durchaus anerkennt, daß die wirkliche Assoziation die der
„Mutualität“ sei, (wohl verstanden, in dem Sinne, den er selbst diesem Worte gibt,
und nicht in dem heutigen Sinne der Gesellschaften gegenseitiger Hilfe, der viel
enger gefaßt ist).
3 ) Allerdings ist Fourier kein Kommunist, aber Peoudhon wirft ihm einerseits
vor, in seinem Phalanstere die Entlohnung des Kapitals nicht abgeschafft, und anderer
seits für die Befähigung eine besondere Entlohnung vorgesehen zu haben, obgleich „die
Fähigkeiten (das Talent) viel mehr eine Schöpfung der Gesellschaft als ein Geschenk
der Natur sind“ (1er Memoire sur la Propriete, S. 156).
4 ) Die Opposition Peoddhon’s gegenüber dem Prinzip der Assoziation ist höchst
bemerkenswert. Er hat ihr an mehr als an einer Stelle Ausdruck gegeben, vor allem
in der Idee generale de la Revolution au XIXe siede: „Ist die Assoziation
wirklich eine wirtschaftliche Macht? . . . Ich antworte kategorisch mit: Nein!; die