fullscreen: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

420 IV. AbjOnitt: Nebertragung der Forderung. 
don einem Eigentum an Forderungen redet, Mit Necht tadelt BähHr a. a. DO. S. 401 8 ei 
„leidige Sprödigfeit unfjerer Wiffenfjhaft, wenn fie diejen Ausdruck verjchmäht“. Er jagt? 
„Er it nit einmal unrömijd. Denn au die Römer bezeichnen den procurator nad der 
Sittskonteflation al3 dominus d. H. al? Gerrn, Eigentümer der Prozeßobligation. Und 
mindeftens find wir ebenfogut berechtigt, von dem Cigentum an einer Forderung zU geben} 
wie bereit8 die Römer von einem Pfandrecht an jolden redeten. Beide Begriffe find v53Lig 
forrelat. Sa, iq wüßte jogar die volle Berechtigung an der Forderung im SGegenlaß U den 
baran möglidhen bejhränkten Rechten (Pfandrecht, Nießbrauch uf{mw.) nidt treffender zu hezeihneN, 
al8 mit dem Wort: Eigentum.“ Durh $ 90 Hat nun alerding3 das BGB. den Begriff det 
Sache auf förperliHe SGegenjtände befhränkt und dadurch unfere jurijtiiche Terminologie zu 
einer unnötigen, unbequemen. Abweidhung vom Sprachgebrauch des Berkehr3 verpflichtet (ebeni0 
mie auf dem Gebiete der jog. Immaterialgüterrecdhte, des früher fog. geiftigen Eigentum8). , 
Sleichwohl unterliegt e3 feinen Zweifel, daß daZ BOB. der getennzei®‘ 
heten RecdhtSentwidlung folgend die Nebertragung einer Forderung 
grumdjäßglid in demijelben Umfange zuläßt, wie die einer Sache im Sinn‘ 
des 890 d.h. mit der Wirkung, daß der bisherige Gläubiger aufhört 
Gläubiger zu fein und der Erwerber Gläubiger wird (Sondernadhfo!g“ 
in die altive Seite eines Seouldverhältnijfe8). Bal. Kuhlenbed, Bon d. Band. 
+. BOB, II S. 149, 150; Ennecceru8, Lehrb. 4./5, Aufl. I, 2 $ 301 ©. 203 f. 
Eine folde Sondernachfolge i{t aber begrifflig nur möglich in Forderungsaniprü®“ 
in dem in der Borbem, zum II. Buch, I, 3 S. 41. dargelegten Sinne. Ein SdhHuldverh ältnt8 
al8 Gefamtheit der auf Grund einer Schuld zwijdhen Gläubiger und Schuldrer bheftehende! 
Beziehungen fann nidt abgetreten merden. Val. auch Ennecceru8, Lehrb. 4./5. nf 
S. 207. „Der Eintritt einer anderen Perjon in das gefamte Schuldverhältniz {ft vielmed* 
nur unter Zuftimmung aller Beteiligten, alfo au des Schuldrer8 möglich“, alfo durd Ber 
bindung von Zeffion und Schuldübernahme. Vgl. auch Hölder im „Recht“ 1908 ©. 473 f 
Inwieiveit auch fog. Geftaltungsrechte, Rechte anf Nechtsänderung (Rechte des rechtlide? 
Können8), vgl. oben S.371, 381, Bem. 1 zu 8376, Bem. 1 zu 8377, abtretbar find, ift nicht allgemeit 
zu entjchetden. €3 Handelt fih hier nit um Forderungsanfprüche. Doc kann durch die Auzübung 
eine® foldhen RechtS eine Forderung zur Entjtehung gelangen. Im einzelnen ift zu beachten‘ 
a) daß alle GeftaltungSredte und akfzefforiide Anfpriüche, die Tediglid 
einem andern KechtSverhältnis zu dienen beftimmt find, jedenfalls nur mit 
biejem Recht8verhältni8 zufjammen Übertragen werben Können, jofern dasfelbe 
überhaupt eine Nebertragung zuläßt. (Anfpriüche aus DBürgidhaft, Bfandrecht, 
auf Rechnungslegung, Auskunftzerteilung, auf noch nicht verfalene Zinfjen, auf 
Ronventionaljtrafen.) Val. Ennecceru3, 4./5. Aufl. I, 1, 8 66 S. 155, Dertmant 
Bem. 1, a, 8 zu 8399, Crome, Die MitbürgjhHaft S. 16, Treitel, Arch. f. bürgerl- % 
Bd. 14 S. 40; RGE. Bd. 37 Nr. 46, Seuffert Arch. Bd. 56 Nr. 277 S. 417 
"Unfprüche aus dem vertragsmäßigen Konkurrenzverbot). 
Wegen des Rüctritt3rechHt3 vgl. Bem. 1 zu & 377 S. 381 oben. , 
Sin UnfedtungsredHt kann al3 bloß akzefforijheS Recht nicht felbjtänd!s 
übertragen werden. RGE, Bd. 30 S, 74, Bd. 39 S. 13 ff. Unbedenflig if 
aber bie Erteilung einer Vollmacht zur Ausübung desfelben (mandatum ad 
agendum), und eine folde dürfte bet Abtretung eine au8 her Anfechtung au 
eriwerbenbden ForderungsSrecht? zu unterjtelen jein. 
Unübertragbar ijtein Feiftftellungsanfpruch, da diefer al8 bloßer Recht?“ 
igußanfprucd) einen rein prozeffitalen, publizijtijden Charakter Hat. Bal. RT 
d. DLS, Bd. 8 S. 46, Pland Bem. 4, g zu 8 398, 
Aug die AWbtretbarkeit der Forderungen wird durg AuznahHmen unterbroden: 
1. Die Natur der Forderung IHliekt deren Abiretbharkeit au8, wenn an einen ander? 
al8 den urfprüngligen Gläubiger nidt ohne Veränderung des Inhaltz der Letitung geleitet 
werden kann (S 399 Bem. 11,2. 
di)
	        
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