Object: Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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Das ständige Leben am Hofe war für einen Mann von 
David Paumgartners Charakter sehr gefährlich. Er war nicht 
stark genug, den tausendfachen Verlockungen und Versuchungen^ 
die hier an ihn herantraten, zu widerstehen. Rasch verschlang 
das üppige Leben Paumgartners Vermögen, zumal sich auch 
mancher geldbedürftige Adelige an ihn heranmachte und sich 
seiner als Geldgeber bediente. Bald sah sich der Freiherr von 
Hohenschwangau selbst genötigt, Geld aufzunehmen. Er 
wandte sich an seinen Bruder Hans Georg, der im Jahre 1559 
für ihn bei einer Reihe Augsburger Kaufleute Geld aufbrachte 
und sich dafür verbürgte. Das Anlehen erreichte eine Höhe 
von 129 000 fl. Unter den Gläubigern befand sich Sebastian 
Schertlin mit 10 000 fl, Wolfgang Paller und Anton Rehlinger 
mit 9000 fl, Christoph Rehlinger mit 6000 fl, Georg von Stetten 
mit 4000 fl usw. 1 ). 
Wir dürfen jedoch David Paumgartners Geldnot nicht 
allein seiner Verschwendungssucht und seinen Charakter 
eigenschaften zuschreiben. Gerade um die Mitte des 16. Jahr 
hunderts rief die veränderte politische Lage auf dem Welt 
markt Krisen hervor, die bald die ganze Augsburger Finanzwelt 
in starke Mitleidenschaft zogen. Die auf unsicherer Basis 
ruhende Finanzwirtschaft Karl V. und Franz I. rächte sich 
gleich zu Anfang der Regierung ihrer Nachfolger Philipp II. 
und Heinrich II. Im Jahre 1557 geriet Spanien in Zahlungs 
schwierigkeiten, kurz darauf auch Frankreich. In den Nieder 
landen riefen die unsichern politischen Verhältnisse eine Ge 
fährdung des Geldverkehrs hervor. Von diesen Finanzkrisen 
wurden in erster Linie die oberdeutschen Handelshäuser schwer 
betroffen, die in den genannten Ländern ihre Kapitalien ange 
legt hatten. In Augsburg fallierte eine Firma nach der andern. 
Hektor Mair zählt in seinem Memorialbuch in den Jahren 1545 
bis 1575 nicht weniger als 73 Bankrotte auf, darunter alle die 
Kaufleute, die zehn Jahre vorher an der Spitze der europäischen 
l ) Für das ff. sind Hauptquelle die fünf im Geh. Staatsarchiv 
München erhaltenen Bände: Zu der Paumgartnerischen Rechtsache 
gehörig K blau 382/3—382/7. Wie schon erwähnt, sind die einzelnen 
Bände ohne Paginierung. Der 1. Bd. enthält die schon besprochenen 
Testamente Hans Paumgartners und seiner Gemahlin Regina Fugger 
v. Jahre 1535 u. 1543. — Die Notariatsurkunde, in der sich Hans Georg 
für seinen Bruder verschrieb, steht K blau 382/6.
	        
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