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weniger als I 024 061 der 4. 008 907 Farmen in den Vereinig-
ten Staaten waren von Pächtern besiedelt. Ein Viertel aller
Farmen in den Vereinigten Staaten wurde von Männern be-
baut, denen sie nicht gehörten. Überdies, was noch augen-
fälliger ist, gab es 3 323 876 Farmarbeiter, Männer, die nicht
einmal Pachtland hatten. Ebenso bezeichnend war die stei-
gende Tendenz zur Bewirtschaftung großer Farmen durch
Kapitalisten mittels gedungener Arbeiter. Von den bebau-
ten Farmen, die eine Größe von 100 bis 500 Morgen hatten,
waren fast ein und eine halbe Million — 1 416 618, um die
genaue Zahl zu geben — im Besitz von Kapitalisten und
wurden durch Arbeiter bewirtschaftet?).
Phillips, der die beste Gelegenheit hatte, die wirklichen
Tatsachen kennen zu lernen, und dessen Abhandlung über
dieses Thema Beachtung verdient, führt aus:
„Es zeigt sich, daß unter den in unserem Lande in der
Landwirtschaft beschäftigten 7 670 493 Personen 1 024 601
sind, welche Pacht an Leute bezahlen, die den Boden nicht
bewirtschaften, ferner I 508 828 Kapitalisten oder speku-
lierende Besitzer, denen der Boden gehört und die Lohn-
arbeiter beschäftigen, 804 522 gut situierte Farmer, die
Arbeiter beschäftigen, und 670 0944 Personen, die tat-
sächlich selbst den ihnen gehörigen Boden bestellen; der
Rest sind angestellte Arbeiter.“
Phillips fährt fort:
„Noch auf eine Tatsache muß verwiesen werden: daß eine
große Anzahl der 2 984 306 Farmer, die Land besitzen, von
den Geldverleihern Hypotheken darauf genommen haben.
Nach Beobachtung des Verfassers dürften vierzig Prozent
von ihnen zu tief verschuldet sein, um ihre Zinsen bezahlen
zu können. Dieser Aussaugungsprozeß vollzieht sich auf
einem Zinsfuß von 8 und 10% und führt in der Regel zu
dem gleichen Ende?).““
?) Tenth Census, Statistics of Agriculture, S. 28,
?) Labor, Land and Law, S. 253.
Es ist schwierig, eine zuverlässige Statistik über die Zahl der Hypotheken auf
Farmen und über die Zahl der Farmpächter zu erhalten. Nach der Schätzung der
U. S. Industrial Commission waren 1902 50% der Gehöfte im östlichen Minne-
sota mit Hypotheken belastet. Obwohl diese Situation als allgemein zutreffend ge-
schildert wird, gibt die Kommission in ihrem Schlußbericht an, daß eine große An-