Full text: Ferdinand Lassalle

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später sehr ehrenvolle, aber vergebliche Rückberufungs 
schreiben erlassen hatte, folgendes Handschreiben an den 
Konsistorialrat Reinbeck richtet: 
„Ich bitte ihn, sich umb des Wolfen mühe zu geben, 
ein Mensch, der die Wahrheit sucht und sie liebet, mus 
unter aller menschlichen Gesellschaft werth gehalten 
werden und glaube ich, daß er eine Conquete im Land 
der Wahrheit gemacht hat, wehn er den Wolf hierher 
persuadiret." 
So trug denn also auch dieser Konflikt nur dazu bei, 
den alten Grundsatz, daß die wissenschaftliche Erforschung 
und Verkündung der Wahrheit an keine Grenze und 
Rücksicht gebunden sei und nur sich selber zur höchsten 
und einzigen Rücksicht habe, mit neuein Glanze zu um 
geben und vom Throne selbst herunter anerkennen zu 
lassen. 
Selbst das Dasein Gottes war vor der Lehre der Wissen 
schaft nicht geschützt! Sie konnte frei, sie kann noch heute 
frei, selbst nach dem neuen Strafgcsetzbuche, welches 
nur die Lästerung, die für den Andersgläubigen krän 
kende Beschimpfung Gottes, nicht aber die Leugnung 
seines Daseins verbietet, ihre Beweise gegen seine 
Existenz führen. 
Dezennien lang vor der Verfassung war die unbedingte 
Freiheit der Wissenschaft in Preußen der letzte Jufluchts- 
winkel, in den sich Preußens Lobredner retteten, der 
letzte Stolz, mit dem sie prunkten. 
Sie alle erinnern sich noch des immensen Aufsehens, 
welches der Fall Bruno Bauers erregte, des Privat 
dozenten an der theologischen Fakultät zu Bonn, welchem 
unter dem absolutistisch-pietistischen Ministerium Eich-
	        
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