fullscreen: Die Wasserversorgung in Bayern nach dem Stande vom 1. 1. 1928

schotter. Dem Tertiärkies (Quarzkies) entnehmen das Wasser die Städte Eggen- 
felden, Pfarrkirchen (504: 424), Vilsbiburg (557 : 481), der Markt Ergoldsbach und das 
Pfarrdorf Simbach a. Inn (312: 230), dem Tertiärsand der Markt Geiselhöring (425 : 104). 
Aus Quellen im Granit- bzw. Gneisgebiet beziehen das Wasser die Stadt Zwiesel 
sowie die Märkte Kötzting, Regen und Viechtach (316: 231). Zwiesel leitet das Wasser 
aus 21 bis zu 5 km entfernten Quellen bei. Die Entnahmestellen für die Viechtacher Leitung 
sind 8 km vom Ort entfernt. Der Weiße Jura kommt als Wasserspender in Betracht 
für die Städte Kelheim und Abensberg (424: 10; inzwischen ganz versorgt). Die Stadt 
Vilshofen leitet für einen Teil ihrer Anwesen Quellwasser aus den südlich vom Orte ver- 
einzelt auftauchenden. Schichten des Weißen Juras herbei; die Entnahmestelle ist 5 km 
entfernt. Der andere Stadtteil wird mit Quellwasser aus Tertiärkies versorgt. Das Pfarr- 
dorf Achdorf (297 : 22), welches bei Durchführung der Erhebung durch Anschluß an die 
Wasserleitung der Stadt Landshut und durch 2 Elektro-Pumpbrunnen teilweise versorgt 
war, ist mit Wirkung vom 1. April 1928 an der Stadtgemeinde Landshut einverleibt und 
durch dieselbe inzwischen in weiterem Umfang versorgt worden. 
Gemessen an der. Zahl der Wohngebäude in den ganz durch Wasserleitungen ver- 
sorgten Orten und der Wohngebäude mit Hausanschlüssen in den teilweise versorgten 
Orten, zeigen die niederbayerischen Bezirksämter im Stande der Wasserleitungs- 
versorgung keine so großen Unterschiede wie die oberbayerischen. Am weitesten gediehen 
ist dieselbe in den Bezirksämtern, deren Gebiet ganz im Bayerischen Wald liegt. Von 
hundert Wohngebäuden sind hiernach durch Wasserleitungsanlagen versorgt in den Bezirks- 
ämtern Wolfstein und Wegscheid 74, Regen 67, Kötzting 51, Viechtach 50, 
Grafenau 49. Der Grund für diese entwickelte Wasserleitungsversorgung liegt einmal 
an der geschlossenen Siedelungsweise, welche in den weiten Waldgebieten im allgemeinen 
vorherrscht. Und dann machen die zahlreichen kleinen Quellen, weiche aus den oberen 
Bodenschichten über den undurchlässigen Gesteinsmassen entspringen, trotz geringer 
Ergiebigkeit der einzelnen Quellen, doch die Leitungsversorgung kleineren Umfangs ver- 
hältnismäßig leicht. Anderseits aber ist diese Herbeileitung von Quellwasser auch unbe- 
bedingt geboten, da zur Anlage von Pumpbrunnen hei dem steinigen Untergrund selten 
Gelegenheit ist. 
Diesen reinen Waldbezirken folgen zunächst die Bezirksämter Dingolfing mit 46, 
Mallersdorf mit 38, Pfarrkirchen und Passau mit je 36 und Griesbach mit 31 
v.H. In den übrigen Bezirksämtern Mainburg, Kelheim, Landshut, Vilsbiburg, 
Eggenfelden, Landau a. d. Isar, Vilshofen, Bogen, Rottenburg, Deggendorf 
bewegt sich der Hundertsatz zwischen 30 und 24. Weitaus am niedrigsten ist er mit 7 
im Bezirksamt Straubing. Dieser weite Abstand wird jedoch ausgeglichen, wenn die 
Ergebnisse für die unmittelbare Stadt Straubing und das Bezirksamt Straubing, ‚welches 
jelbst keine einzige Stadt und auch keinen Markt besitzt, gemeinsam betrachtet werden; 
dann treffen auf hundert Wohngebäude mindestens 33, welche durch Wasserleitung versorgt 
sind. Auch bei den drei Bezirken Deggendorf, Landshut und Passau wird das Ergebnis 
bedeutend gehohen, wenn man die gleichnamigen kreisunmittelhbaren Städte einbezieht. 
)avoninganz durchWasse. 
' Wohn- || leitung versorgten Orten 
I gebäude gelegen und in den teil- 
Bezirksamt 8 weise versorgten Orten mit 
bzw. Hausanschluß ausgestattet 
Anwesen absolut‘ v.H 
Bogen .... 4 5 702 1458 25,6 
Deggendorf . 0.0.0.0... 6521 1568 24,0 
Stadt u. Bezirksamt Deggendorf zusammen 7 290 2252 30,9 
Dingolfing .........1 4822 1978 45,8 
Eggenfelden . .. 0.00.00. | 7 064 | 1918 27.2 
Hauptsächlich vorkommende 
geologische Formationen 
(geordnet nach dem verhältnis- 
mäßigen Vaorkammen im Bezirk} 
Granit und Gneis, Diluvialschotter. 
Gneis und Granit. Diluyvialsehotter. 
Jüngeres Tertiär (Miozän), Dilurvial 
| schotter. N 
Jüngeres Tertiär (Miozän).
	        
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