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Kurven der 74 eiits])rc(*lieii, eine l^elastnn«* des
Auslandes zwar eher gestalten, dafür aber an sieh
nur einen ^erin^en Zollertra»- ah werfen. Ein derartiges
Ziel könnte eher durch Ausfuhrzölle erreicht werden,
und zwar hei Artikeln, die, wie ehinesiseher Thee
und amerikanische Baumwolle, im Anslande in grossen
Massen konsnmirt, dort aber ^ar nicht oder nur nn-
^enn^'cnd ])rodnzirt werden. Trotzdem zeij»t es sieh,
dass Ausfuhrzölle mehr und mehr verschwinden, wäh
rend Einfuhrzölle sich behaupten. Die Ursache dieser
Erscheinung’ lie^t weniger in den noch vorhandenen
Besten merkantilistischer Eehrmeinnn^en als vielmehr
darin, dass jeder Ausfuhrzoll die Produzenten des he-
tretfenden Artikels im Inlande mehr oder weni^’er
schädigt, während ein Einfuhrzoll ihnen Vortheil bringt.
Dieser Vortheil oder Nachtheil, der sich auf verhält-
nissmässi^ wenige Personen vertheilt, ist eben darum
für jede einzelne weit emptindlieher und wichtiger
als die gleichzeitige, entgegengesetzte Wirkung auf
die Konsumenten. Die Produzenten treten daher mit
aller Energie gegen Ausfuhrzölle und für Einfuhr
zölle ein, während die in der Regel weit zahl
reicheren Konsumenten sich nicht veraidasst sehen,
ihr entgegengesetztes Interesse, das aber jeden nur
in einer .kleinen Quote seines Ausgahenhudgets be
rührt, mit gleichem Nachdrucke zu verfechten. Eben
daher kommt es auch, dass Rohstotfe der Industrie
beinahe nirgends mehr mit Einfuhrzöllen, wol aber
hier und da mit Ausfuhrzöllen — wie der lladern-
zoll in Oesterreich — belegt sind.