thumbs: Neuere Zeit (Abt. 2)

Waffengänge Osterreichs u. Preußens; Preußen europ. Großmacht. 753 
schnitt bereits 1748 erschien: will er das Urteil der Welt über das 
Emporkommen seines Hauses bei allem Dienst an der Wahr⸗ 
heit doch von sich aus bestimmen. Wie bescheiden nehmen sich 
demgegenüber die Aufzeichnungen aus, die Maria Theresia 
im Zahre 1751 begonnen hat! Sie steht nicht unter dem 
Drang ständigen schriftstellerischen Produzierens, der eine der 
charakteristischsten Eigenschaften ihres königlichen Gegners war; 
ihr fehlt aller literarische Ehrgeiz; schlicht diktiert sie einem 
Sekretär Notizen ‚aus mütterlicher Wohlmeinung zu besonderem 
Nutzen ihrer Posterität“. 
Aber eben in diesen Notizen lernen wir sie nun un— 
geschminkt kennen und sehen, wie sie nach den Kriegen vor 
nneren Aufgaben stand, die ihrer weiblichen Hand zumuteten, 
was Friedrich Wilhelm J. getan hatte und Friedrich der Große 
leisten sollte. „Weilen Gott mich zu dieser großen Last der 
Regierung auserwählt, so habe ich zum Principio gehabt, daß 
solange als noch was finden werde zu helfen, oder einige 
Resourcen vorhanden sein würden, ich solche anwenden wolle, 
und daß ich dieses zu tun schuldig sei. Solches hat mich in 
eine solche Gelassenheit des Geistes gesetzet, daß meine eigene 
Begebnisse wie einem Fremden seine angesehen ... Bis zu 
dem Dresdner Frieden habe herzhaft agiret, alles hazardiret 
und alle Kräfte angespannet, weiter neben meinem vorhin an⸗ 
gesetzten Principio noch, ein besonderes gehabt, daß nämlich 
einen armen Erblanden nichts Unglückseligeres geschehen 
könnte, als in Preußische Hände zu verfallen: Wie dann, so 
ferne nicht allezeit gesegneten Leibes gewesen, mich gewiß Nie⸗ 
mand aufgehalten hätte, selbsten diesem so meineidigen Feinde 
entgegenzusetzen: Gott aber hat es anders verhänget ... 
Und wie gesehen, daß die Hände zu dem Dresdner Frieden 
reichen mußte, so habe auch auf einmal meine Gedenkens⸗Art 
geändert und solche allein auf das Innerliche derer Länder 
gewendet, um die erforderlichen Maßregeln zu ergreifen, wie 
die Teutschen Erblande von denen so mächtigen beiden Feinden 
Preußen und Türken bei ermangelnden Festungen und baren 
Geldes und geschwächten Armeen noch zu erhalten und zu be—
	        
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