Full text: Die Theorie des Geldes

Geldmenge und Waarenpreise. 111 
Sehen wir indess auch von dem Gesagten ganz 
ab, und nehmen wir einmal an, dass wirklich mit jeder 
Vermehrung des im Umlauf befindlichen Geldes immer 
eine entsprechende Zunahme, mit jeder Verminderung 
des im Umlauf befindlichen Geldes immer eine entspre 
chende Abnahme der Nachfrage nach Waaren Hand in 
Hand ginge, so würde doch daraus noch immer nicht 
folgen, dass hei einer Vermehrung oder Verminderung 
des im Umlauf befindlichen Geldes immer gerade die 
Nachfrage nach allen Arten von Waaren oder gar 
nach allen in gleichem IVlaasse oder Verhältnisse 
zu- resp. abzunehmen braucht. 
Es kann daher auch offenbar auf diesem Wege 
niemals die Nothwendigkeit oder Tendenz eines all 
gemeinen Steigens resp. Fallens der Waarenpreise 
oder einer Veränderung im Wer the des Geldes 
abgeleitet werden. 
Damit wird also das ganze Räsonnement, auf wel 
ches sich jene Theorie stützt, vollkommen hinfällig. 
Nun könnte man sich den Zusammenhang aller 
dings auch noch so vorstellen, dass die Menge des im 
Umlauf befindlichen Geldes ganz direct die Preise be 
einflussen würdeIndess hält auch diese Annahme 
56) Etwas ähnliches schwebt auch Ricardo vor, indem er
	        
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