Full text: Die Theorie des Geldes

Geldmenge und Waarenpreise. 133 
selkuise, in welchem sich die durch einen vergleichs 
weisen Ueberfluss oder Mangel an Geld bewirkte 
Werthveränderung des Geldes in jedem Lande mani- 
festirt. M. a. W. nicht vermittelst einer Bewegung auf 
dem Waaren markt, sondern, wenigstens zunächst, 
nur vermittelst einer Bewegung auf dem Geldmärkte 
vollzieht sich die Ausgleichung. Auch in dieser Be 
ziehung ist also der wirkliche Sachverhalt gerade der 
entgegengesetzte von dem, den die Theorie annimmt. 
Während die letztere den Ueberfluss oder Mangel an 
Geld zuerst immer auf den Stand der Waarenpreise und 
eist indirekt, d. h. durch das Medium der Handels- oder 
Zahlungsbilanz hindurch, auch auf den Stand der Wech 
selkurse einwirken lässt, wirkt umgekehrt der Ueberfluss 
o(l(T Mangel an Geld zuerst immer auf den Diskonto 
und die Wechselkurse und erst in Folge dieser Ver 
änderung im Diskonto und in den Wechselkursen dann 
möglicherweise, wenn die Zeit dazu vorhanden ist, auch 
auf den Stand der Waarenpreise««). Aber auch, wenig- 
(currency), und Geld oder Gold resp. Silber überhaupt (bullion) 
begnügen würde? Mit je weniger Kategorien man auskommt, 
desto besser ist's ja doch, was allerdings unsere Scholastiker noch 
immer nicht begreifen wollen. 
G8) Vgl. Tooke, Geschichte der Preise I. p. 88: „ind da 
Sinken (ISIf, englische Noftrnng !) dev fVechselkurse einen He-
	        
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