Full text : Die Theorie des Geldes

32

Capitel  I.  Geld  und  MVaare.

bereit  sein,  einen  je  höheren  Werth  man  auf  ihren  Besitz ­
  legt,  und  einen  um  so  niedrigem  Preis  für  eine
Waare  bieten  resp.  sich  gefallen  lassen,  einen  je  niedrigem ­
  Werth  man  auf  ihren  Besitz  legt.  Und  insofern
lässt  sich  also  sagen,  dass  wenn  zwei  Waaren  in  einem
bestimmten  Quantitätsverhältniss  gleiche  Preise  erzielen,
sie  auch  in  diesem  Quanlitätsverhältniss  (an  dem  betreffenden ­
  Ort  und  zu  der  betreffenden  Zeit)  einander
im  Werthe  gleich  sind.  Auf  diese  Weise  erscheint
also  in  der  That  der  Werth  der  Waaren  als  eine  auf
Grund  des  Preises  oder  vermittelst  des  Geldes  objectiv
  messbare  Grösse.  Der  Werth,  der  zunächst  nur
eine  psychologische  Thatsache  ist,  wird  durch  das
Geld  oder  den  Preis  zu  einer  ökonomischen.  Das
heisst  aber  doch  immer  nur,  dass  der  Preis  der  mittelbare, ­
  nicht  der  unmittelbare,  Ausdruck  des
Werthes  der  Waare  ist.  Werthbestimmung  und  Preisbestimmung ­
  der  Waaren  fallen  nicht  miteinander  zusammen, ­
  sondern  bedingen  sich  nur  gegenseitig^^).
15)  Um  ein  Beispiel  zu  gebrauchen  :  Wenn  an  einem  bestimmten ­
  Ort  und  zu  einer  bestimmten  Zeit  ein  halb  Pfund  Thee  einen
Thaler  kostet,  und  ein  Pfund  Kaffee  ebenfalls  einen  Thaler  kostet,
so  folgt  daraus  nicht,  dass  ein  halb  Pfund  Thee  sowohl  als  ein
Pfund  Kaffee  gleich  ist  im  Werthe  einem  Thaler.  Wohl  aber
folgt  daraus,  dass  ein  halb  Pfund  Thee  im  Werthe  gleich  ist  einem
Pfund  Kaffee.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.